Solidaritäts-Zaun Nürnberg

+++++++++++SOLIDARITÄTS-ZAUN ++++++++++++++

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer unseres Soli-Zaunes:

Wieso wir die in Nürnberg eröffneten Solidaritäts-Zäune, an welchen sich Menschen, die unter Wohnungslosigkeit leiden oder anderweitig von Armut betroffen sind Essen mitnehmen können, immernoch als sehr sinnvoll erachten, haben wir ja bereits dargelegt

(https://www.facebook.com/falkennuernberg/posts/1315171031989178?__tn__=K-R)

Heute waren wir wieder- wie etwa alle zwei Tage- bei unserem Solidaritäts-Zaun im Celtispark. Unsere Schilder wurden leider entfernt, obwohl es mit der Stadt die Absprache gibt, dass die Zäune zunächst erhalten bleiben sollen. Wir haben deshalb Neue aufgehängt und sie mit unseren politischen Forderungen ergänzt. Einige Tüten wurden, wie jedes Mal, direkt in Anspruch genommen. Es kommt also alles da an, wo es ankommen soll.

Das Projekt kann jedoch nur aufrecht erhalten werden, wenn sich viele Menschen daran beteiligen!
Heute haben wir Menschen, welche über Foodsharing an Lebensmittel gekommen sind und diese in Tüten verpackt haben am Zaun getroffen. Das hat uns sehr gefreut- vielen Dank dafür!

Die Tüten gehen schneller weg, als wir für Nachschub sorgen können, deshalb brauchen wir eure Hilfe!
Ihr könnt gepackte Tüten an den Zaun hängen oder eine zweckgebundene Spende an die Falken Nürnberg überweisen:

Betreff: Spende Solidaritäts-Zaun
Kontodaten: SJD-Die Falken Nürnberg
Sparkasse Nürnberg
IBAN: DE10 7605 0101 0001 0565 72
BIC: SSKNDE77XXX

Von diesem Geld werden ausschließlich Lebensmittel und Hygieneartikel für den Zaun gekauft!

Vielen Dank schonmal im Voraus,
bleibt kämpferisch,
bleibt solidarisch!

P.S. Weitere Soli-Zäune in Nürnberg: St.Leonhard, Schweinau, Desi, Rosenau

„Fan-Post“ zu unseren Mitmach-Plakaten

 

Wir haben „Fan-Post“ von A. bekommen zu einem unserer Mitmach-Plakate
( http://www.falken-nuernberg.de/?p=3007 ). Wir wollen euch diese und unsere Antwort darauf nicht vorenthalten – es ist köstlich und erklärt vielleicht noch einmal genauer, warum wir die aktuelle Situation für unerträglich halten. Und warum Corona keinesfalls Alle gleich trifft!
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Hallo liebe Falken,

auf einem Briefkasten der Deutschen Post beim Fristo an der Ecke Gleißhammerstraße / Passauer Straße
hat jemand ein Plakat von euch, das ihr ja zum Ausdrucken auf eurer Internet-Seite anbietet, aufgehängt.

Da es offenbar von einem Kind oder in „kindlicher Sprache“ abgefasst worden ist, möchte ich dem „Kind“ mal in einfacher Sprache antworten:

Lieber …, liebe …,

der amerikanische Präsident, den kennst du ja sicher, er ist nicht bei allen Leuten so beliebt, aber er hat vor einiger Zeit schon etwas Wichtiges gesagt: fake-news, gesprochen „feik-njus“, das sind falsche Meldungen oder Nachrichten, die nicht richtig sind.
Schade ist nun, dass Du / Ihr, solche feik-njus auf dem Plakat an den Briefkasten geklebt habt.

Richtig ist, dass die Schulen, Museen und vieles mehr geschlossen haben. Dafür hab ihr jetzt quasi verlängerte Schulferien. Das Wetter ist auch schön. Zu eurer Mama und dass sie weiter arbeiten gehen muss, komme ich gleich.
Niemand muss bei dem schönen Wetter gerade im Zimmer bleiben und sich langweilen. Außerdem (feik-njus) glaube ich euch nicht ganz, denn wenn ihr ehrlich seid, freut ihr euch doch darüber, dass ihr seeehr lange schlafen dürft, Fernsehen könnt, mit dem Handy chatten und so weiter. Viele Kinder und Jugendlichen wollen ja gar nicht rausgehen.
Aber ich lese ja, ihr „müsst“ meistens im Kinderzimmer bleiben, das ihr euch mit euren Geschwistern teilen müsst. Ja, das haben eure Eltern ja mal so beschlossen, ein Einzelzimmer wäre ja auch ein gewisser Luxus.
Warum geht ihr mit euerem älteren Bruder, oder Schwester, nicht draußen spazieren, oder im Garten, wenn ihr einen habt? Und wenn eure Mama nach Hause kommt, wäre doch auch Gelegenheit dazu?
Wenn ihr ehrlich seid, dann ist es doch in den „normalen“ Ferien auch nicht anders, oder?

Zu eurer Mama:
Würde die Mama jetzt nicht arbeiten gehen, dann würde sie kein Geld verdienen. Euer Papa, wenn er bei euch lebt, ja auch nicht. Und jetzt eine einfache Frage: was würdet ihr sagen, wenn ihr dann zum Frühstück nicht euer gewohntes Glas Milch hättet oder Müsli essen könntet, weil das Geld nicht da wäre um es einzukaufen?
Weitere Frage:
Es sind von der Regierung einige Schutzmaßnahmen bekanntgegeben worden, mit denen man sich vor einer Ansteckung – auch in der Arbeit – schützen kann. Mundschutz, so wie ihn der Doktor aufhat, oder jetzt auch die Krankenschwester, Hände waschen, desinfizierern nennt man das und vieles mehr, Abstand zu anderen Menschen einhalten, in ein Taschentuch niesen oder husten, ja das könnt auch ihr schon, das ist kinderleicht.
Was denkt ihr, wenn alle Menschen auf der Welt zuhause beiben müssten, also der Lkw-Fahrer, der das nun schon berühmte Klopapier zum Supermarkt bringt (ja da müsst auch ihr lachen), die ganzen Lebensmittel, wenn die Kassiererin zuhause bleiben würde, die Polizei, die Krankenschwestern im Krankenhaus, die Ärzte, und jetzt auch eure Mama? Was würde dann passieren? Gar nix. Und das ist es. Wovon wollt ihr dann leben?
Es gab mal einen berühmten Mann, der hieß Rüdiger Nehberg, und ist leider vor kurzem verstorben, aber gottseidank nicht an Corona. Der hat sich selbst einiges beigebracht: in den Wald gehen, ganz ohne Gepäck oder Ausrüstung, der hat sich dann von Regenwürmern und anderen Insekten ernährt, die er gerade so gefunden hat. Würde euch das schmecken? Wollt ihr das auch? Ich glaube nicht.

Also, was will ich euch damit sagen: „feik-njus“, fake news, also falsche Nachrichten, sind nix für Plakate in dieser Zeit. Die Angst eurer Mama, sich anzustecken ist gut. Sie wird also alles tun, dass sie sich nicht in der Arbeit anstecken wird. Dazu gehört natürlich auch, dass alle anderen Menschen, die sich krank fühlen, zu Hause bleiben und andere nicht anstecken.
Im Übrigen ist Corona für euch Kinder oder Jugendliche nicht so schlimm, wie es für ältere Menschen oder Opas / Omas ausgehen kann, nämlich dass sie daran versterben. Das passiert bei einer „normalen“ Grippe nämlich auch.
Es gibt schon Experten, Virologen, die sagen, es wäre sogar gut, wenn ihr zur Schule gehen würdet, dann könntet ihr euch und – wie zum Beispiel bei den Windpocken – die Krankheit einmal bekomen.
Ihr würdet wieder gesund und hättet es überstanden.
Also müsst ihr nicht mal davor Angst haben, dass eure Mama sich ansteckt und dann euch zu Hause auch.
Das ist nicht schlimm, selbst wenn das passieren sollte.
Schlimm wäre, wenn ihr das Virus bekommen solltet, und dann zum Opa oder der Oma gehen würdet.
Wenn die dann sterben würden, das wäre wirklich sehr schlimm. Das versteht ihr doch, oder?

Also bitte, hängt keine falschen Nachrichten aus, auf euren Plakaten: in Nürnberg am Hauptmarkt haben nämlich die Eisdielen geöffnet, da gibts leckeres Eis, und man darf auch spazieren gehen oder joggen, Sport an der frischen Luft ist gesund, wie auch Fahrrad fahren.
Die Eisdielen haben nämlich nicht zu. Und das ist, was mich eigentlich ärgert, denn weil ihr nicht aus eurem Zimmer rausgeht, auch wenn ihr gerade nicht dürft, dann zumindest jetzt an den Ostertagen, mit Mama und Papa, dann beobachtet mal eure Umwelt. Schaut einfach „was abgeht“. Das kann man leider nicht am Schreibtisch oder in den sozialen Medien wie WhatsApp, facebook, instagram und wie sie alle heissen.
Die werden nämlich von Stubenhockern befüllt, die den Bezug zur Wirklichkeit verlieren oder schon längst verloren haben.
Leute, die Welt ist da draußen, nicht drinnen. Und nicht im Internet. Und: „die Wahrheit ist da draußen, irgendwo“.
Ein tolles Spiel ist doch, diese Wahrheit zu suchen und zu finden?

Also glaubt nicht, was euch größere Kinder für einen Mist erzählen, sondern geht nach Draußen und seht selbst, wie schön auch jetzt gerade unsere Welt ist. Und immer schön Abstand halten zu anderen Menschen, die nicht mit euch zuhause leben, auch zu Freunden.
Man kann sich ja mal zufällig draußen begegnen, welch ein Zufall. Und dann darf man auch ein stück miteinander gehen, 2 m Abstand vorausgesetzt. Und miteinander reden. Dafür haben wir eine Stimme und nicht nur die Finger an der Hand, zum Tippen am Computer oder ins Handy. Welch ein Wunder. Oder?

Ich wünsche euche schöne Ostertage
und bleiben wir alle gesund !!!

Euer A.

Über eine Rückantwort würde ich mich übrigens auch freuen.

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Unsere Antwort:

Hallo A.,

du hast mir einen sehr langen Brief geschrieben. Ich kann zum Glück schon lesen, weil Mama ist nach der Arbeit oft so erschöpft, dass sie es gar nicht mehr schafft mir vorzulesen. Mama arbeitet im Kaufland. Du hast irgendwas davon geschrieben, dass ein Einzelzimmer ein Luxus wäre und dass meine Eltern sich das so ausgesucht haben, dass ich mir das Zimmer mit meinen Geschwistern teilen muss. Das finde ich komisch, dass du das sagst, weil Mama hat mir schon so oft nach der Arbeit erzählt, wie gerne sie uns allen ein einzelnes Zimmer geben würde. Aber das Geld reicht hinten und vorne nicht für eine teuerere Miete. Das kannst du dir nicht vorstellen? Du scheinst aber ganz viel Glück gehabt zu haben in deinem Leben, Alex. Andere haben dieses Glück nicht, vergiss das nicht und denke nicht, dass du deshalb irgendwie richtiger liegen würdest, ok? Jedenfalls reicht bei uns das Geld nicht und drum teile ich mir das Zimmer mit meinen Geschwistern.
Du sagst, wir wollen nicht rausgehen? Ich muss dir sagen – du hast keine Ahnung, wie unser Leben aussieht! Vielleicht liegt das auch wieder an deinem Glück. Es geht nicht darum, ob wir raus wollen, sondern wir müssen rausgehen – sonst würden wir, also meine Geschwister, meine Mama und ich – uns gegenseitig abmurksen irgendwann, weil es einfach viel zu eng ist. Deshalb sind wir normalerweise auch so oft wie möglich draußen unterwegs. Im Viertel eben. Jetzt sagst du, dass wir ja garnicht drinnen bleiben müssen. Das stimmt schon. Aber ich sag dir mal was: es hat sich hier bei uns schon sehr viel geändert seit Corona und der Ausgangssperre. Auf die Spielplätze dürfen wir nicht mehr. Du schreibst von nem eigenen Garten? Ja, das ist ein schöner Traum. Wir haben nichtmal nen Balkon…Kannst du dir nicht vostellen? Hast du wieder einmal Glück gehabt. Du und dein Glück immer…klar.
Wir gehen auch spazieren. Das ist aber halt schon ein wenig langweilig und alleine dürfen wir noch nicht so weit raus fahren in den Wald. Mama ist aber eben meistens arbeiten und wenn sie frei hat, dann ist sie auch voll erschöpft oft. Wusstest du übrigens, dass sie vielleicht bald 12 statt 8 Stunden arbeiten muss? Die Regierung hat so ein Gesetz gemacht. Dass einen das völlig fertig und erschöpft macht und man nur noch schlafen will kannst du dir nicht vorstellen? Haste mal wieder Glück gehabt.
Und das verstehe ich eben nicht – klar man muss vorsichtig sein, damit keiner sich ansteckt. Aber warum soll es gerecht sein, das der Spielplatz jetzt geschlossen ist, aber ganz viele Arbeiten nicht? Da stecken sich doch die Leute auch an. Wenn man was gegen das Virus machen will, muss man das doch richtig runterfahren. Klar: Die Feuerwehr und die Pflegerinnen braucht es auf jeden Fall noch – aber auch die sollen nicht zu lange arbeiten müssen. Meine Mama macht eine wichtige Arbeit, das stimmt. Wieso kriegt sie dann nicht so viel Geld, dass wir uns mehrere Kinderzimmer leisten können? Wieso kriegt sie kein Schutzausrüstung? Ich hab gehört, dass in Regensburg ein Werk von Continental ist. Die machen Reifen glaube ich. Total unwichtig also – wer braucht denn jetzt Reifen, es gibt ja genug Autos, das man durch die Krise kommt. Die Arbeiterinnen in dem Werk haben alle Schutzausrüstung. Das ist an sich super, damit die sicherer sind. Aber wieso können die nicht einfach zuhause bleiben und weiter das volle Geld kriegen und die Schutzausrüstung kriegt zum Beispiel meine Mama. Das wäre doch besser oder?
Mama hat genauso wie ich Angst, dass sie sich ansteckt bei den Kunden, weil es kaum Schutz für sie gibt und die 1,5 m Sicherheitsabstand sind wirklich eher ein Witz. Ganz oft müssen die sich ja aneinander vorbeidrücken. Mama hatte schon öfter Schwierigkeiten mit der Lunge. Deshalb hab ich ja solche Angst. Nicht um mich, sondern um sie. Mama hat schon oft gesagt: Wenn sie nur Geld wegsparen hätte können, würde sie sofort kündigen, damit sie mit uns zu hause bleiben könnte. Aber das geht nicht, weil keins da ist. Das kannst du dir nicht vorstellen? A., du verdammter Glückspilz, wo nimmst du nur immer dieses Glück her….

A., ich glaube vor lauter Glück, dass du scheinbar in deinem Leben hattest, hast du ganz vergessen, dass gar nicht genug Glück für alle da ist und das purer Zufall ist, dass du nicht im Elend lebst. Und dabei hast du vielleicht auch deine ganze Kreativität verloren. Du hast ganz vergessen, dass das Leben auch ganz anders, viel besser sein könnte. Wenn ich dir sage, dass es besser wäre, wenn Mama nicht arbeiten geht, sagst du: dann hast du kein Frühstück mehr – wie unkreativ…die Welt könnte doch auch so sein, dass man Essen nur kriegt, wenn man nicht das Geld dazu hat, oder? Damit wäre dann auch der Beruf von meiner Mama sicherer: Sie müsste nicht mit den Kunden reden – es würde zum Beispiel reichen, wenn sie die Regale einräumt.
Es könnte doch auch anders sein: sie könnte statt 8 oder vielleicht bald 12, ja auch 4 Stunden am Tag arbeiten und sich die Arbeit mit den vielen Arbeitslosen teilen. Das wäre für beide gut. Und dann wäre sie auch nicht so erschöpft und könnte mit uns spazieren gehen. Das wäre für uns gut.

Du hast irgendwas von fake-news geschrieben. Kein Plan, was das für Quatsch sein sollte, aber ich will dir auch ein paar Tipps geben: Denke nicht immer, dass du alles richtig machst und richtig weißt, nur weil du in deinem Leben Glück hattest und nicht ganz unten stehst – ist ja schön für dich, aber halt nur Zufall und nicht das Ergebnis von Anstrengung, Leistung, oder sonstwas…weil du nicht ganz unten bist, müssen andere – zum Beispiel wir – ganz unten sein. Das ist nicht deine Schuld, sondern die Schuld von dieser Gesellschaft. Die ist eben so eingerichtet, dass immer ein paar wenige gewinnen und die meisten verlieren – die einen mehr, die anderen weniger. Du sagst, es wäre ein tolles Spiel, die Wahrheit zu finden….klingt langweilig. Ich schlag dir ein tolleres Spiel vor: die Gesellschaft der Konkurrenz und des gegenseitigen Ausstechens abschaffen und dafür eine Gesellschaft errichten, die wirklich solidarisch, gleichberechtigt und sicher für Alle ist. In meiner Falkengruppe nennen wir das übrigens Sozialismus.

Freundschaft! Deine Uli

Statement zu Spendenzäunen

Um die Spendenzäune in Nürnberg gibt es derzeit- wie in vielen anderen Städten- eine rege Diskussion. Die einen loben die Initiative, engagieren sich für die Zäune und helfen tatkräftig mit diese zu bestücken. Die Anderen melden Bedenken an, bzw. fordern deren Auflösung.

Um welche Bedenken handelt es sich?

  1. Der Infektionsschutz der Wohnungslosen und Bedürftigen ist nicht gesichert.

Es stimmt, dass eine Übertragung des Virus Covid-19 über eine gepackte Tüte nicht ausgeschlossen werden kann. Gleichzeitig gilt dies auch für den normalen Einkauf um Supermarkt. Außerdem haben wir von Anbeginn auf die Hygienestandards beim Tütenpacken hingewiesen (Tüten mit frischen Einweghandschuhen oder desinfizierten Händen packen, keine losen Lebensmittel in die Tüten packen, etc.).
Zynisch finden wir bei dieser Aussage, dass nicht etwa problematisiert wird, dass Wohnungslose auf der Straße oder in Unterkünften, in welchen die hygienischen Bedingungen oft auch nicht gerade die besten sind, schlafen müssen, sondern, dass die vermeintliche Kritik genau da aufploppt, wo Essen an Menschen verteilt wird, die kaum finanzielle Mittel zur Verfügung haben. Wer auf der Straße lebt ist vielen Gefahren ausgesetzt: Hassattacken von Rechten, Kälte, Dreck, Hunger, emotionaler Zermürbung, staatlicher Schikane und Abwertung von Passant*innen. Diese Gefahren werden in unserer Gesellschaft jedoch toleriert und normalisiert- und gerade beim Spendenzaun steigt die Sorge um die Betroffenen?

  1. Durch die Zäune wird Ungeziefer angezogen

Natürlich bedarf ein Spendenzaun einer gewissen Kontrolle. Damit ist gemeint, dass regelmäßig kontrolliert wird ob Essensreste übrig geblieben sind um diese entsorgen zu können. Soweit wir die Situation überblicken können werden die Spendenzäune in Nürnberg von den unterschiedlichsten Gruppen und Initiativen in diesem Sinne betreut.

  1. Die Anwohner*innen im Umfeld eines Spendenzaunes haben sich beschwert

Die in Deutschland sehr ernst genommene Lobby der sich-beschwerenden-Anwohner*innen hat schon einiges erreicht. Bars und Clubs wurden wegen ihnen geschlossen oder mit absurden Auflagen belegt, öffentliche Plätze zur Gefahrenzone erklärt um willkürliche Polizeikontrollen zu erleichtern und nun sollen Wohnungslose aus dem öffentlichen Raum vertrieben werden. Viele wollen Leid und Armut nicht sehen, erst recht nicht vor der eigenen Haustüre. Das Bedürfnis von Menschen, die es bei der Ausgangsbeschränkung ohne eigene Wohnung immer schwieriger haben an einem Ort zu sein werten wir eindeutig schwerwiegender als das falsche Bedürfnis von deren Armut nicht konfrontiert sein zu wollen.

  1. Es gibt staatliche und nicht-staatliche Einrichtungen, welche nach wie vor geöffnet haben, diese haben die bessere Expertise im Umgang mit der Not von Wohnungslosen und/ oder Bedürftigen

Dieser Punkt ist uns wichtig: es gibt in Nürnberg viele tolle Einrichtungen, in denen auch Menschen arbeiten, die sich tagtäglich und schon seit Ewigkeiten für Wohnungslose und Bedürftige einsetzen. An diese Organisationen zu spenden, macht ebensoviel Sinn wie Tüten an den Spendenzaun zu hängen. Diese Menschen machen die widerwärtige Kälte der kapitalistischen Gesellschaft wenigstens etwas erträglicher. Gleichzeitig stoßen auch sie immer wieder an bürokratische, rechtliche oder wirtschaftliche Grenzen und wollen meist viel mehr erreichen, als die institutionellen Rahmenbedingungen hergeben. Frauen* haben es in diesen Einrichtungen meist noch schwerer, ihnen ist der Zugang zu ihnen häufig faktisch erschwert. Die Spendenzäune sind keine Konkurrenz zu diesen Einrichtungen, sie sind eine sehr niedrigschwellige Ergänzung und als diese sollten sie auch wahrgenommen werden. Denn die Erfahrung von allen Spendenzaunbetreiber*innen in Nürnberg zeigt- und das ist unser wichtigstes Argument-: die Tüten gehen weg wie warme Semmeln, viele sind bereits Minuten nach dem aufhängen bereits in Anspruch genommen worden. Dies zeigt, dass eine Versorgungslücke besteht und die Arbeit nicht umsonst ist. Besonders deutlich wird das im Übrigen, wenn man mit den Betroffenen selbst ins Gespräch kommt.

Wir wollen die Spendenzäune- trotz Gegenwind- aufrechterhalten. Menschen ohne Wohnung, Menschen in großer Armut haben zur Zeit noch weniger Chancen Geld zu verdienen. Beispielsweise sind aufgrund der Ausgangseinschränkung weniger Passant*innen unterwegs, was das Betteln oder Schnorren erschwert. Auch Pfandflaschen lassen sich in geschlossenen Parks nicht finden. Die Klassengesellschaft war schon immer brutal und erbarmungslos zu denen, die am meisten Pech hatten, jedoch verschärft sich dies in der Krise. Dieser kleine Versuch dem Elend wenigstens ein bisschen entgegenzuwirken soll gerade im Keim erstickt werden. Das ist falsch und dagegen sprechen wir uns aus.
Bleibt solidarisch!
Geht weiterhin zu den Zäunen und bestückt sie.

Veröffentlicht unter Kinder

Neither #staythefuckhome nor #fuckstayinghome in ARABIC

هناك مشكلة أساسية في نظام الرعاية الصحية لدينا. بعد تحديد عدد الساعات التي تسمح للمريض البقاء ضمن المشفى ( لا يستطيع أي شخص المكوث في المشفى من أجل تخفيض النفقات) ، لم يعد للعناية المثلى بأكبر عدد ممكن من الأشخاص ممكناً من أجل توفير السعة لما هو غير متوقع. يتم تغطية فقط تكاليف العمليات و كما لو أن خدمة الإطفاء يتم دفعها فقط من أجل إخماد الحريق. وهذا أيضاً يجبر المستشفيات على إستخدام كافة قدراتها. وجود أسرة إضافية وكذلك الأمر ممرضين إضافيين ومواد لازمة هو أمر سخيف من الناحية الإقتصادية. إن هذا المنطق الخاطئ يجعل الموظفين يصلون إلى مرحلة ما بعد الإجهاد كما أنه لا يوفر الرعاية اللازمة للمرضى في عدة نقاط مهمة. السوق في ألمانيا يحتم أن النظام الصحي يعمل وفق نظام الكفاءة وليس وفقاً للإحتياجات البشرية. هذه هي النتائج الملموسة للسياسات النيوليبرالية التي اتبعها كل من الحزب الاشتراكي الديمقراطي و حزبي الإتحاد المسيحي الإجتماعي و المسيحي الديمقراطي كذلك الأمر حزب الخضر والآن سوف يشدد حزب البديل من أجل ألمانيا هذه الإجراءات كحزب راديكالي يتبع لكبار الشخصيات التي تدعم هذه السياسة. قبل بضعة أشهر فقط ، كان الاقتراح النيوليبرالي الذي قدمته مؤسسة برتلسمان بشأن إغلاق شامل لبعض المستشفيات على صعيد المناطق ضروريًا بسبب القدرة الزائدة المزعومة. و الآن يتفاخر وزير الصحة بعدد الأسرة الموجودة. ولكن الأسرة الموجودة و آلات التهوية وحدها فقط لا تكفي وحتى القليل من الشوكولا كتعبير إمتنان لا ينصف الممرضات وغيرهم من العاملين في المشافي مثل موظفي التنظيف. يجب أن تظهر أخيراً في الراتب أيضاً.

كل هذه الأمور نتيجة ضرورية عندما يتم تنظيم المجتمع وفق المعايير الرأسمالية. نسأل أنفسنا متى يكون المستشفى باهظ الثمن؟ كم عدد الأشخاص الذين هم بخير وبدون رعاية طبية؟ ماهي تكلفة حياة الإنسان.

إن رد فعل السلطات على الوباء غادر. سيتم إغلاق المدارس ومراكز الرعاية النهارية والجامعات والفعاليات الثقافية والموسيقية والعروض والملاعب وما إلى ذلك أولاً ، بينما تستمر المصانع والمكاتب ومراكز الاتصالات بالعمل و بسلاسة. كل شيء سياسي واجتماعي وثقافي يجب أن يكون في وضع الطوارئ، ولكن إنتاج القيمة المضافة يجب أن يستمر في النمو ويجب أن يتعرض ربح الرأسماليين للخطر بأقل قدر ممكن. هذا الإغلاق للمصانع يأتي عندما يصاب العمال بالفعل بفيروس Covid-19 وعلى سبيل المثال شركة أوبل في مدينة رويسل هايم والتي تم وضعها تحت ضغط النقابات العمالية. على حد علمنا لم تأخذ الجهات الحكومية حتى الآن قرارات جادة بالإغلاق ولكن فقط نداءات وزارة الداخلية التي توصي بأن يتم إستمرار العمل للموظفين ولكن من المنزل وهذا ما لا يستطيع الكثيرون فعله.

هذه الدولة هي الدولة الرأسمالية وتحدد أولوياتها بوضوح. لا يتعلق الأمر بالتضامن والإنتاج وتوزيع السلع على أساس الاحتياجات ، ولكن حول البقاء في المنافسة العالمية – حتى في حالة حدوث أزمة صحية.

بطبيعة الحال – وكما كان الواقع قبل كورونا- فإن (رعاية الأطفال ، والطهي ، والرعاية ، وما إلى ذلك) تتم بشكل شخصي وفي المنزل ومن دون أجر وفي المقام الأول النساء هن اللواتي يقمن بهذا العمل المهم من دون أجر أو مقابل.

و سوف تتفاقم هذه المشكلة بسبب الحجر الصحي الشامل المحتمل. وليس ذلك فحسب: سيزداد العنف ضد النساء والأطفال بشكل كبير عندما يتم حبسهم في المنزل مع أزواجهم وآبائهم ، عندما يتم إغلاق الأماكن العامة. إن القطاع الخاص ليس سياسيًا فحسب ، بل غالبًا ما يكون جحيمًا يوميًا. لا ينبغي أن ننسى أن أولئك الذين لم يكن لديهم الكثير من المال قبل الأزمة هم الآن أكثر عرضة للتأثر بالقيود المفروضة من من الآخرين الذين يملكون المال. من الأسهل أن تكون في حجر في شقة كبيرة على أن تكون في ملعب صغير. عندما يكون لديك حديقة في المنزل فهو من الأسهل لأطفالك أن يبقوا يلعبوا في حديقة المنزل عندما لا يستطيعون الذهاب إلى حدائق الأطفال. إذا كانت لديك سيارة فأنت لست بحاجة إلى السفر بوسائل النقل العام و الإختلاط بالآخرين.

هذا الوباء مدمر أيضاً للأشخاص الذين فروا من الحروب والذين مُنعوا قسراً من البقاء في بلدانهم. و الآن يتم حبسهم في المخيمات و مراكز ترحيل. من المحتمل جدا أن ينتشر الفيروس في ظل هذه الظروف وتقع المسؤولية عن ذلك على سياسة الاتحاد الأوروبي في عمليات الاعتقال والرهن قيد الترحيل. وفي الوقت نفسه ، فإن كل اهتمام وسائل الإعلام ينصب حصريًا على الفيروس – ولكن تقريبًا لا يذكّر أحداً بظروف اللاجئين. يختفي تماماً هؤلاء الأشخاص في وسط فوضى كورونا. مازالوا يتعرضون للرفض والترحيل و المطاردة و الترهيب من قبل الفاشيين وحرس الحدود التركي والأوروبي وضباط الشرطة.

في ضوء الأزمة ، يتم تداول استجابتين أيديولوجيتين حاليًا ، نعتقد أنهما خطأ أو غير مناسبين. البعض وضع كورونا في حالة نسبية ويقول: „إنه مجرد تخويف. إنه مثل الأنفلونزا العادية. يؤثر فقط على كبار السن والمرضى سابقا „. في كثير من الحالات ، قد يكون الأشخاص الذين يقولون هذا سعداء فقط بعدم الانتماء إلى هذه المجموعة بأنفسهم وبالتالي يكونون أقل عرضة للخطر. إن ذلك وكحد أدنى يستنسخ منطق الاستغلال الرأسمالي والذي بدوره يقلل من قيمة الأشخاص الذين ( من المفترض) بأنهم لا يخلقون قيمة مضافة أو قيمة أقل أولا شئ.

المجموعات المعرضة للخطر هي أكبر من ذلك بكثير فهناك أيضاً ذوي الإحتياجات الخاصة. لى حد ما ، يعني هذا البيان قبول الخطر الشديد على الحياة بالنسبة للمجموعات المعرضة للخطر.

 

يطالب الآخرون بصوت عالٍ: „ابقَ في البيت. ابق في المنزل وقم بالحد من العدوى أو على الأقل إبطائها. “ هذا لا يمكن أن يكون إلا مجرد مزحة سخيفة لأولئك الذين يعرفون أن السوق لن ستستمر في تحمل نفقات الإيجار ومحلات البقالة ويعرفون أيضًا أن المال لن يأتي إلا عندما يخرجون للعمل. طالما لم يكن هناك إغلاق حقيقي مع دخل أساسي متزامن من الحجر الصحي ، فإن شرط البقاء في المنزل ببساطة هو افتراض معاد للعمال والفقراء. لدينا ثقة تامة في طاقم التمريض والمستشفيات وكل من يحارب على الرغم من ظروفه السيئة أجل كرامة وصحة المرضى كل يوم. الأشخاص الذين يقاتلون الآن على الخط الأمامي ، على سبيل المثال في مهن الرعاية والتنظيف أو في تجارة التجزئة ، هم محرومون من الحياة الآمنة منذ سنوات. فهم يواجهون خطر الترحيل أو رفض تصاريح الإقامة الآمنة والعمل لمدة قصيرة وعمل الوكالة بشكل يومي. تضامننا لك. ليس لدينا ثقة في نظام صحي معطل لا يحمينا من البؤس والمرض.

ما نطلبه الآن:

1- من الحكومة الفيدرالية وحكومات الولايات:

إنهاء وإغلاق معمل الإنتاج المصنعة للمنتجات الغير أساسية للحياة و إيقاف العمل المأجور.

حزم الإنقاذ الحكومية للشركات الصغيرة والمنظمات غير الهادفة للربح بغرض الاستمرار في دفع أجور الموظفين ، وكذلك العاملين لحسابهم الخاص ، والعاملين الثقافيين ، وما إلى ذلك يجب تمويلها من خلال فرض ضرائب على الدخول والأصول الأعلى.

التجنيس غير المشروط والغير المعقد لجميع الأشخاص ذوي الوضع غير المبرر أو ليس لديهم فرصة البقاء في ألمانيا و الذين عملوا خلال الأزمة الصحية في قطاع التمريض والصحة ، وكذلك في الوظائف الأخرى التي كانت مهمة للسكان و خاطروا بحياتهم.

إزالة كافة المخيمات للاجئين على الحدود الأوروبية وقبول جميع الذين يعيشون هناك.

إيقاف مؤقت لتقاضي الإيجارات في وقت تفشي الوباء ، بالإضافة إلى منع الإخلاء و توفير مساحة معيشة مجانية للناس الذين لا يملكون السكن.

زيادات فورية وكبيرة في الأجور للعاملين في مجال التمريض وتجارة التجزئة وغيرها من المهن ذات الأجور المتدنية التي تتطلب رعاية ، كعلاوة مخاطر إلزامية لأصحاب العمل. وإلا فإن كل الكلمات العاطفية هي فقط محل سخرية.

حزمة دعم لتوسيع منازل وشقق النساء بحيث يمكن للنساء والأطفال المهددين بالعنف من الذكور تجنب الحجر الصحي.

 

2- من الشعب و الموظفين الذين يعتمدون على الأجر والسكان:

إن أمكن حاول أن لا تذهب للعمل.

لا تقبل „الفصل المقبول للطرفين“ فهم يريدون توريطك!

الضغط على أصحاب أعمالكم ونقاباتكم من أجل إضراب صحي سياسي: فرض الحجر الصحي بشكل جماعي

تقاسموا الأعمال المنزلية. بالنسبة للعديد من الرجال هذا يعني مساعدة النساء بالأعمال المنزلية وعدم إلقاء كافة المسؤولية على المرأة و اللعب قليلاً مع الأطفال.

 

  3. من الاشتراكيين والشيوعيين والاشتراكيين الديمقراطيين و الأناركيين واليساريين:

بناء شبكات التضامن ، و دعم الأشخاص الذين ينتمون إلى مجموعات خطرة بالمهام اليومية.

التفكير في الأشخاص / الرفاق / الأصدقاء الذين يواجهون العزلة الاجتماعية بشكل أكثر حدة ويغرقون في الشعور بالوحدة – بأن يوفر لهم الدعم العاطفي.

لا تتجاهل موقفك السياسي عند بناء هذه الشبكات – أظهر وبشكل واضح بأنك يساري متضامن و إكسب ثقة الجميع

استنكار الدور الذي تقوم به الدولة والسوق واقتراح بدائل تضامنية للعيش المشترك!

هل عليك أن تكون في الحجر الصحي – قم بتثقيف نفسك والآخرين

إستخدم اليوتيوب و غيرها من أجل التشجيع على العلم.

  – تذكر دائما: الأزمات هي حجر الزاوية في التاريخ – بالطبع يجب علينا نحن الاشتراكيون أن نكسب اليد العليا ، وإلا فإن البربرية ستهددنا جميعاً. دعونا ننتهز الفرصة للعيش معا في تضامن.

 

neiter #staythefuckhome nor #fuckstayinghome arabic 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Veröffentlicht unter Presse

Plakate zum selberdrucken und verteilen

Liebe Freund*innen,

habt ihr schon Langeweile und keinen Bock auf home-schooling? Seid ihr auf Kurzarbeit und wisst nicht wohin mit eurer Zeit? Oder seid ihr einfach ganz ohne Langeweile sauer auf den staatlichen Umgang mit Corona?

Dann druckt euch diese Plakate aus, verteilt sie an Freund*innen, in Läden oder wo sie eben gut aufgehoben sind.

Leichte Sprache: Nicht #staythefuckhome. Auch nicht: #fuckstayinghome

 

 

 

 

Dieser Text ist in leichter Sprache geschrieben. Die dick gedruckten Wörter werden ganz unten noch erklärt.

 

 

Es gibt ein großes Problem in dem Gesundheits·system von Deutschland.

 

Das Gesundheits·system kann sich nur um wenige Menschen kümmern.

 

Das Gesundheits·system ist nicht auf un·erwartete Situationen vorbereitet.

 

Krankenhäuser bekommen Geld von dem Gesundheits·system.

 

Die Krankenhäuser bekommen aber nur so viel Geld,

wie sie auch arbeiten.

 

Deswegen können Krankenhäuser keine Betten für einen Notfall aufheben.

 

Denn dafür bekommen sie kein Geld.

 

Menschen die im Krankenhaus arbeiten sind Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen.

 

Es gibt zu wenig Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen.

 

Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen müssen sehr viel arbeiten

aber bekommen nur wenig Geld.

 

Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen sind oft über·arbeitet.

 

Das Gesundheits·system in Deutschland ist kaputt gespart.

 

Das Gesundheits·system schaut mehr auf die Leistung·fähigkeit

und wenig auf die Bedürfnisse der Menschen.

 

Ein Grund dafür, dass das Gesundheits·system wenig Geld hat ist die Politik von SPD, Grüne, CDU/CSU und FDP.

 

Diese Parteien haben sich zu wenig um das Gesundheits·system gekümmert.

 

Vor einigen Monaten gab es einen Vorschlag von der Bertelsmann-Stiftung.

 

Der Vorschlag war:

viele Krankenhäuser sollen schließen

weil man nur wenige Krankenhäuser braucht.

 

Jetzt braucht man viele Krankenhäuser weil viele Menschen krank sind.

 

Der Vorschlag von der Bertelsmann-Stiftung war also ein schlechter Vorschlag.

 

Für viele kranke Menschen, braucht man viele Krankenhäuser.

 

Aber es reicht nicht, dass Deutschland viele Krankenhäuser hat.

 

Man braucht auch viele Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen.

 

Die Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen kümmern sich um die kranken Menschen.

 

Die Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen müssen besser bezahlt werden.

 

Auch andere Menschen die im Krankenhaus arbeiten,

zum Beispiel Menschen die sauber machen,

müssen als Dank besser bezahlt werden.

 

 

Die Reaktion der Behörden in Deutschland auf den Coronavirus ist verräter·isch.

 

Schulen, KiTas, Universitäten, Theater oder Konzerte werden als erstes geschlossen.

 

Fabriken und Büros bleiben offen.

 

Alle politischen Aktivitäten sollen vor·erst nicht statt·finden.

 

Alle kulturellen Aktivitäten sollen vor·erst nicht statt·finden.

 

Aber die Arbeit die dem Staat Geld bringen finden statt.

 

Eine Firma schließt nur,

wenn einer der Menschen in der Firma an Corona erkrankt ist.

 

Die Firma schließt nur,

wenn die Gewerkschaft sich dafür einsetzt.

 

Der Staat will nicht dass die Firmen schließen.

 

Der Staat schlägt vor,

dass die Menschen von zu Hause aus arbeiten.

 

Aber nicht alle Menschen können von zu Hause arbeiten.

 

Die meisten Firmen arbeiten weiter.

 

In Deutschland leben wir im Kapitalismus.

 

Deutschland ist der Staat der Kapitalisten.

 

Dieser Staat zeigt im Moment deutlich was ihm wichtig ist.

 

Dem Staat ist nicht wichtig,

dass jeder Mensch nur so viel arbeitet wie nötig ist.

 

Dem Staat ist nicht wichtig,

dass jeder Mensch alles hat was er zum Leben braucht.

 

Dem Staat ist wichtig,

dass die Firmen in Deutschland mehr arbeiten als in anderen Ländern.

 

Auch während einer Gesundheits·krise.

 

Schon vor Corona haben Frauen sich meistens um Pflegearbeiten gekümmert.

 

Also um die Kinderbetreuung,

das Kochen oder das Pflegen von kranken Familien·mitgliedern.


Auch jetzt,

während der Corona·krise

leisten viele Frauen Pflegearbeit.


Das ist eine wichtige Arbeit.


Aber die Frauen bekommen für die Arbeit kein Geld.

 

Die Frauen bekommen auch keine Anerkennung.

 

Die Menschen finden es normal,

dass Frauen Pflegearbeit machen.

 

Das ist ein Problem.


Das Problem wird durch die
Quarantäne wahrscheinlich noch größer.

 

Viele Frauen und Kinder leiden unter häuslicher Gewalt.


Das bedeutet, sie werden zu Hause

von ihren Männern und Vätern zum Beispiel eingesperrt und geschlagen.

 

Auch das ist ein großes Problem.


Auch dieses Problem wird durch die
Quarantäne wahrscheinlich noch größer.

 

Menschen die wenig Geld haben leiden auch sehr unter der Quarantäne.


Dafür gibt es verschiedene Gründe.


Zum Beispiel:
Es ist schlimmer den ganzen Tag in einer kleinen Wohnung zu sein,

als in einer großen Wohnung.


Es ist schwieriger Kinder den ganzen Tag in einer kleinen Wohnung zu beschäftigen,

als in einem großen Haus mit Garten.

 

Es ist schwierig mit wenig Geld einzukaufen,

wenn alle billigen Produkte im Supermark aus·verkauft sind.


Für Flüchtlinge in Flüchtlings
·lagern

und Flüchtlings·heimen ist Corona besonders gefährlich.


In Flüchtlings·lagern und Flüchtlings·heimen leben sehr viele Menschen.

 

Die Menschen haben dort sehr wenig Platz.

 

Wenn viele Menschen auf engem Raum zusammen sind stecken sie sich schnell mit Corona an.

 

Deswegen ist es sehr wahrscheinlich,

dass viele Flüchtlinge sich in den Flüchtlings·lagern und Flüchtlings·heimen mit Corona anstecken.

 

Das ist die Schuld der Europa-Politik.

 

Die Europa-Politik will Flüchtlinge nicht in Europa haben.

 

Deswegen müssen Flüchtlings in den Flüchtlings·lagern und Flüchtlings·heimen leben.

 

Viele Flüchtlinge die nach Europa wollen werden an den Grenzen von Europa von der Polizei gestoppt.


Die Polizei lässt sie nicht rein.

 

Das ist nicht gerecht.


Aber in den Nachrichten redet keiner über die Flüchtlinge.

 

Alle Nachrichten reden über Corona.


Das ist nicht okay.

 

Die Menschen haben verschiedene Reaktionen auf den Corona-Virus.

 

Manche Menschen nehmen den Virus nicht ernst.

 

Das ist nicht okay.

 

Diese Menschen sagen Corona ist nur für Risiko·gruppen gefährlich.


Risiko·gruppen sind zum Beispiel:

alte Menschen,

kranke Menschen,

schwangere Frauen,

Menschen mit Behinderung.


Die Menschen zeigen mit ihrem Verhalten,

dass sie denken,

das Leben der Risiko·gruppen

ist weniger wert

wie ihr eigenes Leben.

 

Andere Menschen wollen,

dass alle Menschen zu Hause bleiben.


Sie schreiben im Internet oft: Stay the fuck home.


Das ist Englisch und heißt: bleibt verdammt nochmal zu Hause.

 

Aber nicht alle Menschen können zu Hause bleiben.


Viele Menschen müssen arbeiten gehen

um ihr Essen und ihre Wohnung zu bezahlen.

 

Wenn sie nicht arbeiten, haben sie kein Geld.


Dann können sie kein Essen bezahlen

und auch keine Miete.

 

Deswegen müssen sie raus gehen und arbeiten

bis es ein Quarantäne-Grund·einkommen gibt.

 

Wir vertrauen allen Menschen, die jetzt für kranke Menschen arbeiten.


Wir stehen für sie ein.

 

Wir haben kein Vertrauen in das Gesundheits·system.

 

Wir sind wütend auf das Gesundheits·system.

 

Wir wollen von der Regierung:

 

Alle Firmen die nicht überlebens·wichtig sind sollen schließen.
Die Menschen sollen dort nicht mehr arbeiten.

 

Schnelles Quarantäne-Grund·einkommen für alle Menschen.
Dann können alle Menschen zu Hause bleiben.

 

Der Staat soll kleinen Firmen Geld geben.
Mit dem Geld sollen die Firmen ihre Mitarbeiter bezahlen.

 

Der Staat soll selbst·ständigen Menschen Geld geben.

 

Alle Menschen die in der Corona·krise für die Gesellschaft gearbeitet haben sollen dauerhaft in Deutschland bleiben dürfen.

 

Die Flüchlings·lager und Flüchtlings·heime an der Europäischen Grenze sollen geschlossen werden.
Die Flüchtlinge sollen in Deutschland leben dürfen.

 

So lange die Corona·krise da ist, sollen die Menschen keine Miete zahlen müssen.
Alle Menschen die keine Wohnung haben sollen eine kostenlose Wohnung bekommen.

 

Alle Menschen in Pflegeberufen sollen sofort mehr Geld bekommen.
Andere Berufe die für die Gesellschaft wichtig sind sollen auch mehr Geld bekommen.

 

Der Staat soll mehr Frauenhäuser und Frauenwohnungen bezahlen.
Frauen und Kinder die von häuslicher Gewalt betroffen sind sollen dort leben.
Sie sollen nicht mit ihren Männern und Vätern in Quarantäne leben.

 

Wir wollen von den Menschen die arbeiten:

 

Geht nicht mehr zur Arbeit wenn ihr könnt.

 

Wenn euer Chef eine einvernehmliche Kündigung möchte, sagt: das ist nicht okay.

 

Fordert von euren Arbeits·kollegen und Arbeits·kolleginnen: wir wollen zusammen streiken.
Fordert von eurer
Gewerkschaft: helft uns bei dem Streik.
Thema von dem
Streik ist: Wir wollen nicht arbeiten
und krank werden
.
Wir wollen gesund bleiben!

 

Teilt euch die private Pflegearbeit.
Männer sollen Frauen helfen.

Männer sollen sich auch um Kinder kümmern.
Männer sollen auch putzen.

Männer sollen sich auch um kranke Menschen kümmern.

Männer sollen sich auch um alte Menschen kümmern.

 

Wir wollen von Sozialisten und Sozialistinnen, von Kommunisten und Kommunistinnen, von Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen, von Anarchisten und Anarchistinnen und von Linken:

 

Bildet Gruppen.
Helft Menschen die zu den
Risiko·gruppen gehören

 

Seid da für Menschen und Freunde
denen es schlecht geht,
weil sie jetzt alleine sind.

 

Zeigt anderen Menschen eure politische Meinung.

 

Sagt immer: der Staat und die Firmen sind schuld,
dass es vielen Menschen schlecht geht.
Dem Staat und den Firmen ist das Geld wichtiger,
als unsere Gesundheit.

 

Wenn ihr in Quarantäne seid nutzt die Zeit. Bildet euch.

 

Denkt dran: Krisen verändern die Geschichte. Kämpft zusammen für ein gemeinschaft·liches Zusammen·leben.

 

Gesundheitssystem

Das Gesundheits·system sind Regeln und Gesetze.

Dabei geht es um die medizinische Versorgung von Menschen.

Für viele Menschen ist die eigene Gesundheit sehr wichtig.

Deswegen ist das auch für die Politik wichtig.

Die Politiker haben viele Gesetze gemacht. Die Gesetze regeln wichtige Fragen zur Gesundheit.

 

Behörden

Eine Behörde ist eine Art Organisation.

Man sagt oft Amt dazu.

Eine Behörde erledigt Aufgaben für die Bürger in einem Land.

Oder die Aufgaben sind für den Staat, das Land, für die Stadt oder für Gemeinden.

 

Gewerkschaft

Eine Gewerkschaft ist eine Art Verein.

Die Gewerkschaft redet mit Firmenchefs.

Zum Beispiel über den Lohn.

Die Gewerkschaft vertritt die Interessen der Arbeiter und Arbeiterinnen.

 

Kapitalismus

Kapitalismus ist eine Gesellschafts·ordnung.

Eine Ordnung wie Menschen zusammen·leben.

Beim Kapitalismus geht es um Geld.

Politik und Politiker entscheiden wenig.

Firmen entscheiden viel.

Weil die viel Geld haben.

Im Kapitalismus haben Menschen unterschiedlich viel Geld.

Wenige Menschen haben sehr viel Geld. Sie sind sehr reich.

Und sehr viele Menschen haben sehr wenig Geld.

Sie könen sich wenige Saachen kaufen.

Chefs und Firmen haben viel Geld.

Darum entscheiden sie viele Sachen.

Und sie haben viele Sachen.

Ihnen gehören zum Beispiel Maschienen und Rohstoffe.

Firmen stellen neue Dinge her.

Und verkaufen diese Dinge.

Sie möchten viel Geld dazu verdienen.

Diese Menschen nennt man Kapitalisten.

 

Risikogruppe

Eine Risiko·gruppe ist eine Gruppe von Menschen.

Diese Menschen haben alle eine Gemeinsamkeit.

Für Menschen in einer Risiko·gruppe können Krankheiten sehr gefährlich sein.

Risiko·gruppen sind zum Beispiel alte Menschen.

 

Grundeinkommen

Beim Grundeinkommen bekommen die Bürger Geld vom Staat.

Die Bürger bekommen Geld ohne dafür zu arbeiten.

Und ohne jemand erzählen zu müssen,

was man mit dem Geld macht

 

Einvernehmliche Kündigung

Wenn eine Firma eine Arbeit beendet nennt man das Kündigung.

Wenn die Kündigung für die Firma okay ist
und wenn die Kündigung für den Arbeiter okay ist,

dann nennt man das einvernehmliche Kündigung.

 

Quarantäne

Wer in Quarantäne muss,
darf nicht mit anderen Menschen in Kontakt kommen.

Quarantäne bedeutet, dass man sich abgeschottet von anderen aufhält.

Das ist zum Beispiel sinnvoll,
wenn man eine schwere ansteckende Krankheit hat
oder wenn vermutet wird, dass man sie hat.

So stellt man sicher,
dass man niemanden ansteckt.

 

Streik

Wenn viele Arbeiter aus Protest nicht mehr arbeiten
dann sagt man dazu: Streik.

Die Arbeiter streiken dann.

 

nicht #staythefuckhome. leichte sprache

 

Veröffentlicht unter Presse

Neither #staythefuckhome nore #fuckstayinghome

There is something fundamentally wrong with our health care system. Ever since the introduction of flat rate per case payment it has become obvious that it isn’t there to help as many people as possible, and doesn’t have the capacity to be prepared for unexpected changes. Payment is due in correspondence to performed work only and towards nothing else. This could be compared to the fire department only being paid for fires they actually did put out. This situation forces hospitals to run near their maximum capacity all the time. Stocking extra beds, extra staff and extra materials to be prepared for crisis scenarios becomes economically absurd. Even during normal times, meaning normal business as usual, this deeply flawed logic constantly drives hospital staff towards „tolerable“ exhaustion in a calculated way and holds back necessary means of care towards patients.

 The market has regulated our health care system following criteria of efficiency, and not around providing care towards human needs. Therefore it has been compromised more and more into its current broken state. This is a direct result of the neoliberal policies of the last few decades that have been passed by the SPD (social democrats), CDU/CSU (conservatives), FDP (liberals) and the Green party. The AfD party (far right) even wants to intensify these policies, because they are a radical free market party for rich big shots. Only a few months ago people were talking about a neoliberal proposal from the Bertelsmann-Foundation which stated that it was necessary to close down hospitals nationwide because of alleged over capacity issues. Now our health minister is boasting about the large number of available hospital beds. But beds and breathing ventilators alone do not treat patients! A small box of chocolates as a thank you present and a heroes rhetoric won’t even come close to giving hospital, nursing and cleaning staff the appreciation they deserve. They deserve higher salaries. The entire situation can be logically derived from the fact that our society is organized by capitalistic principles. We are asking: When is a hospital too expensive? How many people without basic medical care are fine? How much is a human life worth?

 The institutional response towards the pandemic is treacherous. Schools, day care centers, universities, cultural places and music venues, playgrounds, the right to demonstrate etc. are closed down first. All while factories, offices and call centers are still up and running. Everything political, social and cultural is supposed to just go on standby, as the production of added value is continued. Everything is done to not endanger the capitalists profit. Closing down a factory only becomes an option when workers already have been infected with Corona (see the Opel factory in Rüsselheim f. ex.) and only with pressure from the unions. As far as we know the german state has not called for the work location to be closed down. So far we have only heard appeals for home offices, and these simply are not feasible for many kinds of work. The majority of businesses are up and running, just as usual. This is the state of the capitalists, its priorities are very clear. It has never been about providing for everyone according to their need and in solidarity. The universal goal is clear: persistence within world wide competition, even within this health crisis.

 And of course now care work (childcare, cooking, nursing) is pushed even further into the private sector and is done without payment, as it was before the corona virus. This important work is mainly done by women, and they are doing it without compensation or appreciation. This situation is going to intensify when we are hit with a nationwide quarantine. Violence against women and children will drastically increase when they are locked into their homes with their husbands and fathers because public spaces are closed down. Privacy is not only political but for many it is a daily hell.

And we should not forget that whoever didn’t have a lot of money before this crisis has a higher chance to be hit, and probably will be hit harder by the current restrictions. It’s easier to wait this out in a large apartment rather than in a small one. It’s easier to keep your kids occupied if you own a private garden now that public playgrounds are closed down. When you don’t really have to pay attention to money it’s easier to work around empty shelves at your local supermarket. When you own a car you are not dependent on public transportation.

This pandemic is especially horrendous for refugees. Their journey to a more secure life is hindered with violence. They are being locked up in camps and centers. That Covid-19 spreads further under these conditions is very likely and the EU policies of isolation and exclusion need to be held responsible for this. The hygienic conditions in these camps are terrible. People are penned up and held together, there are very few washing facilities and almost no basic hygiene products. This situation is perfect for the further spread of the Corona virus. The conditions in detention centers and central asylum camps are not quite as drastic but still precarious.

 Meanwhile all the media pays attention to is the virus itself; mostly reporting about it without any connection to refugees and the conditions they have to endure. These people are rejected, pushed back, hunted and set on fire by fascists, the Turkish as well as the European border patrol and the police. It is hardly getting any attention.

 So far this crisis has produced two main ideological answers and we think they both are wrong or insufficient. Some people are relativizing corona and are saying: „This is all just panic, it is just like any other influenza virus and also its only dangerous for old and previously or chronically ill people“. People that are justifying this position possibly just are relieved that they are not part of these groups at risk and therefore are less in danger. Still, they are reproducing the capitalistic logic of exploitation, meaning that people that (allegedly) are not producing added value are not worth anything. The risk group also is larger than usually presumed. It is often forgotten that disabled people also are part of it. This position basically incorporates the acceptance that the risk group is in life threatening danger. On the other side people are loudly demanding that people should „Stay the fuck home. Everybody should stay at home and do their part concerning the containment of new infections or at least try to slow down the process“. This can’t be taken seriously by anyone knowing that the free market will continue to cost them money for rent and food, and that they will only be able to pay for this when they leave their homes to go to work. As long as we don’t have a complete shutdown with a quarantine basic income for everyone demanding that people „just stay home“ is presumptuous and hostile towards workers and the poor.

We have complete trust in the nursing and hospital staff and everyone else fighting for the dignity and health of the sick every day. We know they are and have been badly compensated for their hard work. These people working in the hospitals, cleaning industry and in retail are at the forefront of this fight, and they have been denied monetary security for years. The constant possibility of deportation or the denial of secure residence titles, short-time work and contract staffing are burdens they carry every day. They deserve our solidarity. We do not trust this economically compromised and broken system, that will not protect us from misery and sickness – we are furious about it.

 

What we are demanding now:

 

1. Concerning our federal and provincial governments

 – the immediate shut down of all dispensable manufacturing and wagework – a fast and simple quarantine basic income for everyone, financed through the taxation of higher incomes and capital. This will enable people to actually stay at home.

 – governmental financial rescue packages for smaller businesses and non profit organizations to enable the continuation of payments towards employees, and furthermore for the (allegedly) self-employed, people engaged in the cultural sector, etc., financed through the taxation of higher incomes and capital.

 – the unconditional and simple naturalization of everyone who is currently risking their life because they are working in the health and nursing industry and have an open or insecure status of citizenship

 – the immediate disbandment of all camps at the European border; accommodation for everyone currently living there

 – an immediate and considerable raise for everybody working in the nursing industry and in retail and in all other indispensable industries, furthermore obligatory extra-pay in times of danger, payed by the employer. Without this all these benevolent statements just were hollow taunting.

– an aid package for more women’s houses and apartments, so that women and children threatened by their violent husbands and fathers can relocate during the quarantine

  

2. Concerning all wage workers and the general population

– if possible, stop going to work

 – do not sign any type of „amicable termination form“ from your employer. They are trying to rip you off!

 – build up collective pressure with your workforce and with your union towards a health strike: collectively enforce quarantine.

– divide the accumulating care work within your private life into just and reasonable parts. This means that many men have to actively depart from their usual patterns concerning house- and care-work, without waiting for explicit requests. Furthermore men should start actively participating in the planning and overseeing of all housework, it is not enough to play with your children for a bit and then leave everything to your wife again! Women, do not accept inequity.

 

3. Concerning all socialists, communists, social democrats, anarchists and leftists

 – build up solidary structures and networks and invest into them! Support people that are part of the groups at risk, help them with their daily (shopping) routine

 – remember your friends, comrades and everyone else you know that is hit hard by social isolation and possibly driven towards loneliness. Provide emotional support.

 – while building your networks, do not cut back on your politics! show others that you are solidary leftists and earn their trust – denunciate the state and the free market and propose alternative ways of living together!

 – if you are quarantined, use your time to educate yourself and others

 – use Youtube etc. for agitation and education

 – and always remember: times of crisis are the crossroads of history – of course we socialists have to prevail in these uncertain times, the alternatives are barbaric. Let us seize this chance to fight for a solidary life for everyone.

neither #staythefuckhome nor #fuckstayinghome

SJD-Die Falken in Nürnberg

March 17th 2020

Neither staythefuckhome nor fuckstayinghome

Veröffentlicht unter Presse

Nicht nur Zeichen, sondern Konsequenzen und Veränderung!

Liebe Freund*innen, liebe Genoss*innen,

 Heute um 18 Uhr soll die Aktion „Musiker*innen für Deutschland“ stattfinden. Es soll „ein gemeinsames Zeichen gesetzt werden“. Wir wollen keine Zeichen, sondern Veränderung und ernsthafte Konsequenzen. Dazu müssen sozialistische Positionen Menschen erreichen.

Wir rufen deshalb dazu auf:

 – Nutzt die Gelegenheit für eine breite Öffentlichkeit!

 -Nutzt Megafone oder einfach eure lauten Stimmen, um Forderungen in die Straßen zu schreien. Forderungen findet ihr zum Beispiel hier: http://www.falken-nuernberg.de/?p=2643

 – Baut heute eure Stereo-Anlagen an euren Fenstern auf und beschallt um 18.05 Uhr (bzw. nach Ende der Musik) die Nachbarschaft mit folgendem Radiobeitrag (nur die Forderungen: ab Minute 07:50): https://radiocorax.de/weder-staythefuckhome-noch-fuckstayinghome/?fbclid=IwAR2s7u_Et7px-aPEv40O2yy_fwo4F0oXQHdJBz1vmPsAkuV1rdlJxa5zJn0

 Denkt immer daran: Krisen sind Scheidepunkte der Geschichte – selbstverständlich müssen wir Sozialist*innen da die Oberhand gewinnen, sonst droht die Barbarei. Lasst uns die Gelegenheit ergreifen, ein solidarisches Zusammenleben zu erstreiten.

Veröffentlicht unter Kinder