Crash the Party – Gegen Querdenken und Seuchenkapitalismus!

Am 15. Mai will Querdenken 911, der Nürnberger Ableger der Corona-Leugner:innen erneut eine Großveranstaltung auf der Wöhrder Wiese abhalten. Anlass dafür ist ihr einjähriges Bestehen. Ein Jahr Querdenken in Nürnberg: Das heißt auch ein Jahr Wissenschaftsfeindlichkeit, ein Jahr Antisemitismus, ein Jahr Verachtung jeglicher Solidarität. Dauergäste auf den Versammlungen der selbsternannten Corona-Rebell:innen sind verschiedene Akteur:innen der extremen Rechten. Mitglieder der neonazistischen Kaderpartei Der III. Weg ebenso wie von NPD und Bürgerinitiative Ausländerstopp nehmen immer wieder an den Veranstaltungen teil. Mit AfD und anderen extrem Rechten Akteur:innen aus dem Reichsbürgermilieu kooperiert Querdenken ganz offen. Kontakte, die auch über die Pandemie hinweg bestehen bleiben.

Wenn Verschwörungsideolog:innen, Neonazis, Impfgegner:innen und andere rechte Akteur:innen gemeinsam Geburtstag feiern wollen, dann sind wir gerne die ungebetenen Gäste auf der Party und kommen vorbei. Allerdings nicht zum Gratulieren.

Während sich also nun seit über einem Jahr Verschwörungsideolog:innen versammeln, um im Kontext der Pandemie antisemitische, neoliberale und sozialdarwinistische Propaganda zu verbreiten, versucht der Staat und seine Funktionseliten den Laden weiter am Laufen zu erhalten und setzt dabei auf autoritäre Seuchenverwaltung. Bei dieser Form der Krisenpolitik zählt zuallerst, dass Unternehmen weiterhin Gewinne einfahren können, statt die Gesundheit der Beschäftigten. Daher werden in den Betrieben und Büros fast unverändert Coronapartys gefeiert, während wir alle in unserer Freizeit massiv eingeschränkt sind. Während Hotels leer stehen, sterben tausende Geflüchtete an den europäischen Außengrenzen oder werden gezwungen in Camps und Sammelunterkünften auf engstem Raum zu leben. Die Durchhalteparolen, die von Politik und Medien phrasenhaft wiederholt werden, versprechen eine baldige Rückkehr zu Normalität. Wenn dabei von gesellschaftlicher Solidarität gesprochen wird, ist das Opfern von Menschenleben für ein reibungsloses Funktionieren der kapitalistischen Ökonomie gemeint – Und das nicht erst, aber gerade seit, Corona. Ein „Zurück zur Normalität“ darf nicht genug sein!

Am 15. Mai gehen wir auf die Straße und werden uns den Nazis und sonstigen Menschenfeind:innen in den Weg stellen! Als emanzipatorische Linke kann das aber nicht alles sein: Wir werden auch auf die Straße gehen, um für eine solidarische Lösung der Corona-Krise,eine gerechte globale Impfstoffverteilung und gegen die Rückkehr zur kapitalistischen Normalität zu kämpfen!

Gegen Antisemitismus, (Seuchen)kapitalismus und autoritäre Revolte – Für die klassenlose Weltgesellschaft!

Bitte beachtet unser Hygienekonzept

Bitte reist nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln an, sondern mit dem Fahrrad/ zu Fuß. Wir wissen, dass ihr das ohnehin schon macht, aber bitte achtet an diesem Tag besonders auf die Einhaltung der Hygieneregeln, also Abstand einhalten, Maske tragen und Kontaktvermeidung. Natürlich ist es schön, Leute wiederzusehen, aber bitte bleibt in euren Haushaltsgemeinschaften, wenn ihr mit diesen unterwegs seid. Wir freuen uns auf euch, das wird mega!

1. Mai

Liebe Freund*innen, liebe Genoss*innen
wir rufen euch dazu auf, am 1.Mai – dem Kampftag der lohnabhängigen Klasse – mit Vorsicht und Rücksicht, Maske und Abstand auf die Straße zu gehen.


Schluss mit dem Schöne-Dinge-Lockdown – her mit einem effektiven Lockdown für die Wirtschaft!


Wir wollen noch immer nicht hinnehmen, dass die nicht lebensnotwendige Industrie und Produktion und allerlei Unsinn nach wie vor brummt und die Menschen dazuzwingt, sich in Öffis zu quetschen und am Arbeitsplatz aneinanderzudrängeln. Wir sollen uns einschränken, aber die Kapitalistinnen sollen weiter Zwangs-Corona-Partys mit uns und auf unseren Nacken machen dürfen. Die Regierung ist nicht in der Lage die heilige Kuh der Wirtschaft anzutasten. Sie werfen mit zum Teil unsinnigen und autoritären Maßnahmen (z.B. Ausgangssperre) um sich, erlegen aber den Unternehmerinnen nichts, rein garnichts auf, sondern bitten sie lediglich darum ab und an mal zu testen. Die Regierungen in Deutschland hatten nie das Ziel, die Pandemie grundlegend einzudämmen, das Virus zu besiegen. Es soll nur so weit eingedämmt werden, dass das kaputtgesparte Gesundheitssystem nicht vollends zusammenkracht. Die Rechnung zahlen die Beschäftigten in den Kranken- und Pflegeeinrichtungen, die am Rande der Erschöpfung und Verzweiflung arbeiten (und das heißt mittlerweile häufig, Menschen in den Tod zu begleiten) und ihnen kein Funken Anerkennung dafür zuteil wird. Es braucht einen effektiven Lockdown für die Wirtschaft! Da die Politik keinerlei Interesse daran hat, müssen wir einen solchen kurzen, effektiven Lockdown erkämpfen.


Kinder und Jugendliche an die Macht – Kinder und Jugendliche sind mehr als nur Schülerinnen!

In der Debatte um Öffnungen oder Schließungen geht es also eigentlich ausschließlich ums Private. Wenn es mal nicht ums Private geht, dann geht es um Schulen. In der Debatte um die Schulöffnungen, -schließungen, Online- oder Präsenzunterricht werden Kinder und Jugendliche eigentlich ausschließlich als Schülerinnen wahrgenommen, weil diese nunmal zu den künftigen ausbeutbaren, möglichst gut verwertbaren Arbeitskräften gemacht und auf diesem Weg entsprechend vorsortiert werden sollen. Kinder und Jugendliche sind aber mehr als nur Schüler*innen. Sie leiden enorm unter der aktuellen Situation und viele können nicht verstehen, warum die Mutter sich auf dem Weg zur Arbeit in die Straßenbahn quetschen soll, sie selber sich aber nicht zur Gruppenstunde oder zum Bolzen im Park treffen dürfen. Fährt das Virus nicht mit Öffis? Hat das Virus keinen Zugang zur Arbeitswelt? Das ist die kapitalistische Prioritätensetzung, die die Bedürfnisse und Wünsche von Kindern und Jugendlichen mit Füßen tritt. Es braucht eine sichere, gesundheitlich vertretbare, inklusive und nachhaltige Öffnung der Kinder- und Jugendarbeit, eine Öffnung aller Parks und Plätze. Wir Falken fordern als sozialistische Jugendliche die Einführung von Kinder- und Jugendräten, die jungen Menschen wirkliche, nicht nur gespielte und fiktive Entscheidungsmacht über ihre Angelegenheiten bietet und sie so endlich auch mitreden können. Wir erproben dafür konkrete Räte-Modelle in unseren Gruppenstunden, Freizeiten und Zeltlagern, denn für uns steht fest:
Kinder und Jugendliche an die Macht!
Kommt mit uns am 1.Mai auf die Straßen! Wir treffen uns um 11.30 Uhr am Rosenaupark. Es wird einen Kinderblock geben.

Achtet auf weitere Ankündigungen!

 

EINSTELLUNG – Keine Strafe fürs Flagge zeigen

Solidarität mit Nico 3.0 – Chronologie des absurden Fahnenprozesses

Es beginnt im Februar 2018. Die Türkei marschiert im kurdischen Afrin ein und beginnt, das basisdemokratische, selbstverwaltete, ökologische, feministische und zukunftsweisenden Gesellschaftsprojekt Rojava anzugreifen. Selbstverständlich sind wir Falken damit genauso wenig einverstanden wie mit den deutschen Waffenlieferungen an die Türkei. Deshalb haben wir eine Plakataktion gemacht und uns mit den syrisch-kurdischen Verteidigungseinheiten der YPG/YPJ solidarisiert und dazu einen offenen Brief an die sozialdemokratischen Genoss*innen geschrieben (siehe hier: https://www.falken-nuernberg.de/?m=201802). Wir wollten mit unseren dreiteiligen Pappkarton-Plakaten die massive Verfolgung der nicht-verbotenen YPG-Symbole in Bayern ad absurdum führen (vgl. Beitrag von quer: https://www.youtube.com/watch?v=hRKWgAIrWCg).

Es geht weiter im März 2019. Nico erhält eine Strafanzeige, weil er angeblich verbotene Symbole gezeigt hätte. Er ist sehr verwundert, als er liest, dass die Staatsanwaltschaft ihm vorwirft, Symbole der verbotenen türkisch-kurdischen HPG gezeigt zu haben und hält es zunächst für einen Tippfehler. Schließlich sind die Symbole der HPG und der YPG nicht zu verwechseln. Ersteres besteht aus zwei gleich großen Dreiecken, die nicht gleichschenklig, dafür aber nebeneinander angeordnet sind und einem Stern. Letzteres besteht aus zwei unterschiedlich großen, dafür aber gleichschenkligen Dreiecken, die hintereinander angeordnet sind und einem Stern.

Und dann im Mai 2019. Nico muss vor Gericht. Im Prozess macht er nochmal deutlich, dass die Staatsanwaltschaft hier etwas falsch versteht. Denn in allen Veröffentlichungen (u.A. in der Zeitschrift des Kreisjugendrings Nürnberg-Stadt: https://www.kjr-nuernberg.de/fileadmin/user_upload/kjr-nuernberg-stadt/KJR-Info-Presse/LiveDabei/LiveDabei_114.pdf) wurde klar und deutlich gemacht, dass es sich bei der Aktion um eine Solidaritätsaktion mit der YPG handelt. Thematisch war die damalige Demonstration ja bekanntermaßen auch eine Demonstration gegen den türkischen Angriffskrieg gegen das syrisch-kurdische Afrin. Die HPG-Verbände haben damit ja gar nichts zu tun, genausowenig wie unsere Aktion jemals im Kontext mit PKK oder HPG gestanden wäre. Nico geht darauf ausführlich in seiner Prozesserklärung ein, während er sich zeitgleich gegen das Verbot der PKK ausspricht: https://www.falken-nuernberg.de/?p=2348. Sowohl Richterin als auch Staatsanwaltschaft behaupten gegen alle Beweise, dass es die Fahne der verbotenen türkisch-kurdischen HPG gewesen sei, die Nico zeigte und er wird zu 30 Tagessätzen verurteilt.

Und dann im September 2019. Das Urteil reichte der Staatsanwaltschaft wohl nicht aus (sie forderte ganz unverschämt 6 Wochen Haft für Nico!), obwohl Nico zu etwas verurteilt wurde, was er nicht getan hat. Auch uns ärgerte das Urteil aus eben genanntem Grund. Also gingen beide Parteien in Berufung. In diesem Berufungsprozess wurde Nico schließlich freigesprochen – zu eindeutig war die Sachlage: keine gleich großen Dreiecke, mehrere Zeugen bestätigten zum einen, dass kein Bezug zur PKK gegeben war an entsprechendem Tag und zum anderen, dass stets ausschließlich ein Bezug zu YPG gegeben war und so weiter… (näheres in dem ausführlichen Prozessbericht: https://www.falken-nuernberg.de/?p=2451). Damit war für uns die Sache vorerst erledigt, wir konnten uns endlich wieder wichtigeren Themen widmen.

Und dann Mai 2020. Die Staatsanwaltschaft lässt einfach nicht locker und verbeist sich. Sie geht in Revision und vor dem Oberlandesgericht wird der Freispruch für Nico aufgehoben. Begründet wird dies damit, dass der Richter vom Landgericht sein Urteil nicht ordentlich begründet und dokumentiert hat. Das Verfahren wird damit wieder an eine andere Kammer des Landgerichts verwiesen und der ganze Spaß und die ganze Arbeit geht von vorne los…

Und dann Dezember 2020. Unabhängig von Nicos Prozess wird vor dem Bayerischen Obersten Landesgericht klar gestellt, dass die YPG und YPJ nicht verboten sind und dass das Zeigen ihrer Fahnen und Symbole nicht verboten ist. Dieses Urteil hatte mit großer Wahrscheinlichkeit Auswirkungen auf Nicos Verfahren.

Und dann endlich März 2021. Die Staatsanwaltschaft knickt ein. Nico wird angeboten, einer Einstellung des Verfahrens zuzustimmen. Die Staatsanwaltschaft hatte zu diesem Zeitpunkt bereits zugestimmt. Begründet wird die Einstellung unter anderem mit „geringer Schuld“. Nico ist natürlich überhaupt nicht schuld. Es ist aber schön zu sehen, wie die Staatsanwaltschaft ihren Verfolgungseifer gegen unseren Vorsitzenden aufgeben muss und statt eine Haftstrafe zu fordern, nun der Einstellung zustimmen muss. Nico stimmt zu. Es ist schön, sich vorzustellen, wie die politische Polizei sich nun ärgert. Und es ist vor allen Dingen schön, dass dieser unsinnige Prozess, der uns viel Nerven gekostet hat, nun endlich vorbei ist. Und toll ist auch, dass für Nico nun keine Kosten anfallen, denn die Einstellung des Verfahrens ergeht mit voller Kostenlast zu Lasten der Staatskasse, also selbst die Kosten für den Anwalt. Deshalb kommen die Spendeneinnahmen, die wir im Rahmen der Prozessbegleitung für Nico von solidarischen Menschen erhalten haben, vollständig der Roten Hilfe zugute.

Wir haben in den letzten zwei Jahren gezeigt, dass eine politische Prozessführung sich lohnt. Sie trägt dazu bei, dass der oder die Angeklagte sich nicht schwach, einsam, klein fühlt, sondern stark, richtig, mit vielen Genoss*innen im Rücken. So etwas kostet Energie, Zeit, Nerven, aber es hat uns auch ganz praktisch gelehrt, was Solidarität bedeutet. Und unsere Solidarität ist stärker als die Repression von Polizei und Staat.

Mittelfinger geht raus an Staatsschutz und Staatsanwaltschaft, die Steuergelder verpulvert und keine Kosten und Mühen gescheut haben, um Nico eine Straftat anzudichten. Liebe und Dank geht raus an die Soli-Falken, die Nico in den Jahren unterstützt haben, an alle Genoss*innen, die zu den Prozessen und dazugehörigen Kundgebungen kamen, an alle Spender*innen und Soli-Veranstalter*innen, an Nicos Anwalt und an die YPG und YPJ für ihren Kampf um die Verteidigung einer konkreten Utopie in Rojava.

Freundschaft!

Veröffentlicht unter Presse

Brief an Markus Söder von einer F-Kindergruppe

Unsere Kindergruppen müssen sich seit einiger Zeit online treffen. Das ist gut, weil man sich so nicht mit Corona anstecken kann. Richtig treffen darf man sich nur noch, wenn man arbeiten geht und wenn jemand dran verdient. Komisch – da steckt man sich doch oft noch leichter an. Bei dem Schöne-Dinge-Lockdown passt einfach alles nicht so zusammen. Wir wollen eine Welt, in der die Gesundheit der Menschen wichtiger ist, als dass wenige viel Geld verdienen auf dem Rücken anderer.

Wasser, Watt und Widerstand. We want you! Als Helfer*in im Kinder- und Jugendzeltlager in Föhr 2021

KINDER UND JUGENDLICHE AN DIE MACHT!

Wie jedes Jahr veranstalten wir Falken auch 2021 unser sozialistisches Kinder- und Jugendzeltlager. 2021 fahren wir vom 7. bis 22. August an die Nordsee – und zwar auf einen wunderschönen Falken-Zeltplatz auf der Insel Föhr. Unser Zeltlager-Motto wird voraussichtlich sein: WASSER, WATT und WIDERSTAND!

Falkenzeltlager ist keine unpolitische Ferien-Dienstleistung. Falkenzeltlager ist Teil unserer Praxis, die aus unserer sozialistischen Kritik an Staat, Kapital, Patriarchat und Nation erwächst. Wir wollen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, ihre Probleme in dieser Gesellschaft auszudrücken und ihnen helfen, Ohnmacht oder Wut in Kritik zu verwandeln. Deshalb gibt es bei uns keine Erzieher*innen, sondern Helfer*innen. Helfer*innen nehmen Kinder radikal ernst. Damit Kritik auch praktisch zu Veränderung wird, braucht es die Gruppe. Lernprozesse finden kollektiv statt. Auf unseren Zeltlagern soll Solidarität praktisch erlebt und so gelernt werden.

Wasser, Watt und Widerstand!

Eine Krise jagt die nächste. Krieg und Flucht, rassistische „Sicherheitsbehörden“, ökonomische Rezession, Mieten und Wohnen, Klima, Corona – wenn man aber genauer hinsieht, haben all die Krisen gemeinsame Ursachen: das auf Profit ausgerichtete und auf Privateigentum basierende Wirtschaftssystem und die globale Herrschaft der Männer. Beide sorgen für die Vertreibung von Menschen aus ihren Herkunftsländern, beide machen diesen Planeten zu einem unbewohnbaren Kochtopf, beide sorgen für die Verarmung und Verelendung der Massen und beide ziehen in einer Pandemie den Schutz der Wirtschaft dem Schutz der Menschen vor.

Doch es regt sich auch überall Widerstand gegen diese Zumutungen: Black Life Matters, Fridays for Future und Ende Gelände, Sea-Watch, feministische Bewegung, Deutsche Wohnen Enteignen und Hausbesetzungen, Lohn- und Arbeitskämpfe, Streiks und Proteste, Antifa und und und …

Auf unserem Zeltlager wollen wir uns mit diesen Bewegungen befassen. Denn wir sind Teil dieser Bewegungen gegen Patriarchat und Kapitalismus, für eine sozialistische Rätedemokratie. Am Zeltlager bestimmen nicht einige Wenige und auch nicht einfach die Erwachsenen, sondern die Räte, in denen sich Alle, die dabei sind, organisieren. Das kann für die Helfer*innen durchaus auch heißen, dass die Kinder im Lagerrat durchsetzen, dass die Bettgehzeiten um zwei Stunden erhöht werden. Oder aber, dass mehr Nutella auf den Essenstisch muss. Oder was eben so verändert werden muss.

Und jetzt kommst du!

Wir sind immer auf der Suche nach neuen Helfer*innen! Hast du Lust bekommen, mit uns mitzufahren? Willst du mal reinschnuppern? Willst du mehr über sozialistische Erziehung erfahren? Willst du noch weitere Infos? Oder kennst du jemanden, der oder die dringend Helfer*in werden sollte?

Dann melde dich unter buero@falken-nuernberg.de oder ruf in unserem Büro an unter 0911-443709.

Was wir dir bieten:

– Zwei supergeile Wochen auf Föhr

– Eine mehrteilige Helfer*innenschulung, in der wir dich mit den Grundlagen sozialistischer Erziehung und der Falkenpädagogik vertraut machen und diese auch konkret üben und dich so auch auf unser Zeltlager vorbereiten

– Erfahrungen in der theoretischen und praktischen politischen Auseinandersetzung mit Kinder und Jugendlichen: das hilft ungemein, Szenejargon oder universitäres Gequatsche zu verlernen und dafür zu lernen, wie man junge und ältere Menschen mit linker Kritik erreicht.

– Die Möglichkeit, das einzubringen, was du gut kannst: du kannst gut jonglieren? Du hast einen spannenden Workshop vorbereitet? Du willst unbedingt mal ein bestimmtes Thema diskutieren? Du kannst dich bei uns einbringen.

– Bei Bedarf für Arbeit, Studium oder sonstiges: eine Praktikumsbescheinigung

– Bei Bedarf: einen Rettungsschwimmer*innenkurs

– Bei Bedarf: die Ausbildung zum*zur Jugendleiter*in – du erhältst die JuLeiCa

– Bei Bedarf: Unterstützung bei Gesprächen mit Arbeitgebern – in Bayern gibt es leider keinen rechtlichen Anspruch auf Bildungsurlaub (Bildungsfreistellung) oder Jugendleitersonderurlaub, wir helfen aber dabei, dem Chef diesen trotzdem aus den Rippen zu leiern.

Wir freuen uns auf dich!

Anmeldungen bitte per Mail an: buero@falken-nuernberg.de
Tel.: 0911-443709

Ausführlichere Infos findest du auf unserer homepage www.falken-nuernberg.de oder auf unserer Facebook-Seite Falken Nürnberg oder instagram falkennuernberg.

Jamnitzer für alle – keine Stadt die Reichen!

Wir waren heute am Jamnitzer. Es gab Kinderprogramm und alle konnten ihre Wünsche für den Jamnitzer aufschreiben. Und wir haben eine Rede gehalten. Lest sie doch mal durch:

Liebe Kinder, liebe Jugendlichen, liebe Erwachsenen, liebe Gostenhoferinnen, liebe Freundinnen,

Wir sind Anna, Arthur, Dieter und Dori vom Ortsverein Gostenhof der Falken aus Nürnberg. Wir haben unseren Stadtteilladen – das Amikaro – in der Adam-Klein-Strasse. Dort treffen sich immer unsere Kinder- und Jugendgruppen und wir sind damit in direkter Nachbarschaft zum Jamnitzerplatz, den wir oft – gerade in Zeiten von Corona – nutzen. Wir kennen unseren Jamnitzer also recht gut.

Er ist ein Ort zum Fahrrad fahren lernen, zum Fussball, Basketball, Tischtennis spielen und zum Inliner fahren. Er ist ein Ort zum Daten und Knutschen. Ein Ort zum Freundinnen treffen und Bier trinken und kiffen, ein Ort zum Trubel genießen und beobachten. Ein Ort zum Sand buddeln, zum Pflanzen und Tiere beobachten und zum picknicken. Ein Ort, um einen Plausch mit uralten Nachbarinnen zu halten. Ein Ort, um sich nicht alleine zu fühlen. Ein Ort, um zu schaukeln, zu klettern und fangen spielen. Ein Ort, um Zeit zu vertrödeln und die Hausaufgaben zu vergessen. Ein Ort, um sich nach der Arbeit besaufen. Zum Musikhören……ein Ort, der den nicht vorhandenen eigenen Balkon oder Garten ersetzen muss.

Puhhh. Das sind ziemlich viele Anforderungen, die an diesen Platz gestellt werden und es ist eine grosse Herausforderung, diese unter einen Hut zu kriegen. Wenn Scherben rumliegen, lässt es sich schlecht Fahrrad fahren lernen, wenn Betrunkene aggressiv werden, kann das Angst machen.

Neben diesen ganzen legitimen und verständlichen Ansprüchen an den Platz gibt es aber noch ganz andere Ansprüche, die an ihn gestellt werden.

Er soll für manche, nämlich die, die ihn garnicht als Balkon oder Garten nutzen müssen, weil sie ja selber einen haben, für manche von denen soll der Platz auch Wochenends ab 22 Uhr muksmäuschenstill sein. Für die soll der Platz auch sauber sein – aber nicht einfach nur ohne Scherben oder Dreck, sondern frei von Menschen, die ihnen als unschicklich, verwahrlost, unangepasst oder unangenehm, als zu laut oder zu viele erscheinen. Sie wünschen sich ein bürgerliches Idyll vor der eigenen Haustür, in dem keine Armut und kein Elend sichtbar sind und in dem nur derjenige Ausdruck von Lebensfreude zu sehen sein soll, den sie selbst praktizieren: Kindergekreische, Vodka O-trinkende Jugendliche, die HipHop oder Techno aus ihren Boomboxen hören und Graffiti zählen für sie nicht. Erst ziehen sie die Zäune um ihre eigenes Grundstück, nun wollen sie die öffentlichen Plätze einhegen.

Für uns hingegen zählen die gerade genannten Anforderungen, die diese Leute an den Platz und das Viertel stellen, nicht als legitime Bedürfnisse. Sollen sie ihr Bürgeridyll halt in ihrem Garten ausleben oder aufs Land ziehen – sie können sichs doch locker leisten.

Wir stellen fest, dass den mit unserem Stadtteil und seinen Leuten nicht zu vereinbarenden Bedürfnissen dieser Fraktion von der Stadt und der Presse besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Es vergeht kaum ein Monat ohne einen reisserischen Artikel über den Jamnitzer und wie schlimm doch die Verhältnisse dort seien. Scheinbar gibt es ein Mitsprachrecht vor allem für Hauseigentümerinnen und besorgte Anwohnerinnen. Warum fragt eigentlich niemand das Mödchen, das am Jamnitzer Fahrrad fahren lernt, wie ihr der Platz gefällt. Oder den Jugendlichen, der dort mit seinen Leuten abhängt.

Die Polizei reagiert einerseits auf die Greuelmärchen vom verwahrlosten Jamnitzerplatz und produziert gleichzeitig genau solche Bilder. Die permanente Kontrolle, die häufige polizeiliche Präsenz, das Überreagieren und das martialische Auftreten von USK zum Beispiel letzten Sommer wirken nach außen, als herrsche Soddom und Ghomorra am Jamnitzer. Und genau diese falsche Darstellung soll wiederum das harte und permanente Vorgehen der Polizei rechtfertigen. Da beisst sich doch die Katz in Schwanz.

Dabei kann man hier regelmäßig beobachten, wen die Polizei eigentlich kontrolliert: people of colour, Jugendliche und Trinkerinnen. Die Polizei agiert nach rassistischen, jugendfeindlichen und armen- und arbeiterinnenfeindlichen Kriterien. Ein Sicherheitsgefühl verschafft sie nur den reichen Weißen. Alle anderen haben eher Angst oder sind genervt von ihr. Hierbei arbeitet die Polizei eng mit der Stadtverwaltung zusammen. Zusammen wird unter dem Deckmantel von Sicherheit und Ordnung die Kommerzialisierung des öffentlichen Raums vorangetrieben, zum Beispiel durch das städtische Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Es ist völlig in Ordnung, sich im Weinlokal für 6 Euro das Gläschen hart zu betrinken und besoffen über den Jamnitzer ins Eigenheim zu strahlen, aber es ist verboten, sich mit billigem Fusel aus der Norma oder Bier vom Willi am Jamnitzer zu betrinken. Wer sich den Rausch leisten kann, darf ihn legal haben. Das ist reine Klassenpolitik.

So sieht der Umgang der Stadt und der Polizei mit den Anforderungen, die an diesen Platz gestellt werden, aus.

Wie könnte die vernünftige Harmonisierung der vielfältigen und teils widersprüchlichen Bedürfnisse am Jamnitzerplatz stattdessen aussehen?

Wir fordern die Abschaffung des generellen Alkoholverbots auf öffentlichen Plätzen – am Jamnitzer soll man sich berauschen dürfen.

Für die verschiedenen Bedürfnisse muss es aber eine Bereichseinteilung geben. Der Spielplatz soll kein Ort zum Trinken und Rauchen sein. Scherben und Kippen im Sandkasten sind bescheuert für Kinder.

Niemand hat Lust mit platten Reifen rumzufahren – deswegen sollten die, die beim Feiern Scherben produzieren diese auch wieder wegräumen.

Die Polizei soll ihre Provokationen einstellen und die Menschen am Jamnitzer in Frieden lassen. Selbst unter den beschissenen vorherrschenden kapitalistischen und staatlichen Verhältnissen gibt es Städte, die auf bessere Konzepte als auf Einschüchterung und Überwachung setzen. Zum Beispiel könnten Konsumräume geschaffen, Beratungsangebote und Streetwork ausgebaut werden.

Aber natürlich können auch unsere Lösungsansätze unter den gegebenen kapitalistischen Verhältnissen nicht alle Widersprüche auflösen. In einer Klassengesellschaft, in der notwendigerweise Armut und Elend produziert werden, weil sich der Reichtum bei denen Oben anhöuft, in einer solchen Gesellschaft wird es auch keine harmonischen, problemfreien Plätze geben. Deshalb kämpfen wir für eine sozialistische Gesellschaft, in der Menschen selbstbestimmt ihren Lebensraum gestalten können – ganz egal wie alt sie sind und wie sie aussehen.

Die Plätze denen, die sie nutzen!

Danke.

Veröffentlicht unter Kinder

Werde Zeltlagerpat*in!

Liebe Genoss*in, liebe*r Freund*in,

Wie jedes Jahr fahren wir Nürnberger Falken auf Sommerzeltlager und gründen eine sozialistische Kinder- und Jugendrepublik. Dieses Jahr gehts an den Attersee in Österreich.

Wir möchten es Allen ermöglichen an unserem Zeltlager am Attersee unter dem Motto „Komm mit ins Edelweißpirat*innen-Lager!“ teilzunehmen, egal welchen sozialen Hintergrund sie haben. Wenn wir unsere Kalkulation rein auf staatliche Zuschüsse und Teilnehmendenbeiträge aufbauen, sind die Gebühren für viele Eltern, Jugendliche und auch Helfende nicht aufbringbar. Darum sind wir auf Spenden angewiesen, die dieses Loch füllen.

Wir freuen uns, wenn du die Nürnberger Falken und insbesondere unsere Teilnehmer*innen unterstützen kannst, indem du selbst Zeltlagerpat*in wirst, andere Pat*innen wirbst oder unser Anliegen an deine Kontakte verbreitest.

Wir freuen uns über alle Beträge. Ob mehr oder weniger – jede Spende ist uns wichtig. Wenn du mit einem Betrag unser Zeltlager unterstützt erhältst du natürlich auch eine Spendenquittung.

Weitere Informationen findest auf www.falken-nuernberg.de

Lieben Dank und Freundschaft!

Deine Falken Nürnberg

Betreff: Spende Zeltlager 2020
Kontodaten: SJD-Die Falken Nürnberg
Sparkasse Nürnberg
IBAN: DE10 7605 0101 0001 0565 72
BIC: SSKNDE77XXX

 

Kommt zum Veit-Stoß-Platz. Gegen Polizeigewalt und Rassismus.