Wochenendseminar: Dialektik der Aufklärung

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„Daß der hygienische Fabrikraum und alles, was dazu gehört, Volkswagen und Sportpalast, die Metaphysik stumpfsinnig liquidiert, wäre noch gleichgültig, aber daß sie im gesellschaftlichen Ganzen selbst zur Metaphysik werden, zum ideologischen Vorhang, hinter dem sich das reale Unheil zusammenzieht, ist nicht gleichgültig.“

Da das angesichts der nicht zu übersehenden regressiven Tendenzen weltweit eben nicht gleichgültig ist, wollen wir die philosophischen Fragmente Adornos und Horkheimers begreifen. Dazu holen wir uns Unterstützung von Genoss*innen aus Thüringen und verbringen gemeinsam mit ihnen das Wochenende vom 29. September bis 1.Oktober 2017 in Fornbach, wo wir lesen, diskutieren, Erkenntnisse gewinnen und so einen kleinen Einstieg in das Buch bekommen werden. Abends findet sich selbstverständlich genug Zeit zum Rumhängen und Trinken. Vorkenntnisse werden nicht erwartet, auch das Buch muss noch nicht gelesen sein (auch wenn das sicherlich nicht schadet) – Interesse und im besten Fall Freude am Texte lesen, Diskutieren, Abstrahieren und Nachdenken sind Voraussetzung.

Hast du Interesse? Dann melde dich in unserem Büro an und schreib eine Mail an buero@falken-nuernberg.de. Der Teilnahmebeitrag liegt bei 20 Euro für Falkenmitglieder, 25 Euro für Nichtmitglieder, Essen, Bett und Anreise inklusive. Das Buch muss/ sollte selbst erworben werden. Weitere Infos zum Seminar und gemeinsamer Anreise gibts nach dem Anmeldeschluss am 1. September.

Macht Pressearbeit!

http://www.nordbayern.de/region/nuernberg/nurnberger-abschiebe-eklat-ermittlungen-gegen-polizisten-1.6333532

Wir rufen euch auf, noch an dem Fall dranzubleiben. Macht Pressearbeit, schreibt Pressemitteilungen, macht Aktionen, sorgt dafür, dass die Aufmerksamkeit auf diesen Fall noch nicht abebbt. Es rollen ein ganzer Haufen Verfahren an, gute Presse kann da nur gut tun und die juristische Arbeit unterstützen.
Diese könnt ihr übrigens nach wie vor mit Geld supporten:
Empfänger: Rote Hilfe OG Nürnberg
GLS Bank
Kto.: 4007238359
BLZ: 43060967
IBAN: DE85430609674007238359
BIC: GENODEM1GLS
KENNWORT: ’31.Mai‘

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Pressemitteilung zum Innenausschuss anlässlich des Polizeieinsatzes vom 31.Mai

Sozialistische Jugend – Die Falken in Nürnberg
6. Juli 2017logo2

Stellungsnahme zum juristischen und politischen Nachspiel des Protests gegen die Abschiebung am 31.5.2017 vor der Berufsschule B11

Der Vorfall ging durch die bundesweiten Medien:

Am 31. Mai 2017 sollte der 20-jährige Asef N. nach Afghanistan abgeschoben werden. Die Polizei holte ihn von se­­­iner Berufsschule ab. Seine Mitschülerinnen und Mitschüler – darunter auch Mitglieder unseres Jugendverbandes – solidarisierten sich mit ihm, übten zivilen Ungehorsam aus und blockierten zusammen mit vielen anderen Nürnbergerinnen und Nürnbergern das Polizeiauto, das Asef N. wegbringen sollte. Die Polizei löste die friedliche Blockade auf und prügelte auf die teils nur am Boden sitzenden Schüler und Schülerinnen ein. Dabei wurden Finger gebogen, in Augen gedrückt und an Haaren gezogen. Viele wurden dabei verletzt. Besonders bestürzend war dabei das brachiale Auftreten der gepanzerten, mit Hunden, Schlagstöcken und Pfefferspray bewaffneten Polizisten des Unterstützungskommandos, auch wenn die Gewalt nicht nur von dieser Einheit der Polizei ausging. Eines unserer Vorstandsmitglieder, Nico Schreiber, erlitt dabei Verletzungen durch einen Einsatzstock, mit dem auf seinen Unterarm geschlagen wurde. Zudem wurde er von dem durch die Menschenmenge fahrenden Polizeiauto angefahren.

Der Kreisjugendring Nürnberg hat sich öffentlich positioniert und den Polizeieinsatz kritisiert.
OB Maly und weitere Nürnberger Stadträtinnen und  Stadträte, die bayerischen Jusos, der Bayerische Flüchtlingsrat, die DBG-Jugend, Kirchen- und GewerkschaftsvertreterInnen und viele weitere äußerten große Bedenken. Der zivile Ungehorsam der Schüler und Schülerinnen wurde unter Anderem von Margarete Bause von den Grünen gelobt.

Von Seiten der Polizei wird eine ganz andere Geschichte kolportiert: von fliegenden Fahrrädern und Flaschen gegen Polizeibeamte, sowie von ausgeschlagenen Zähnen spricht die Polizei gegenüber Medienvertretern. In den zahlreichen Videos, die durch verschiedenste Onlinezeitungen verbreitet wurden, ist davon nichts zu erkennen. Zugleich wird behauptet, es sei nicht zu Schlagstockeinsätzen gekommen, obwohl unser Vorstandsmitglied Nico Schreiber von einem eben solchen verletzt wurde und dies mit einem ärztlichen Attest belegen kann. Verletzte auf Seiten der Blockierer seien der Polizei nicht bekannt, obwohl Pfefferspray eingesetzt wurde.

Im gestrigen Ausschuss für Innere Sicherheit des bayerischen Landtags wurde der Fall thematisiert. Der zuständige Polizeiinspekteur Thomas Hampel versuchte dort, die gewalttätige Eskalation der Polizei zu rechtfertigen, indem er zwischen „friedlichen Schülern“ und „gewalttätigen Linken/Autonomen“ differenziert. Diese Darstellung entspricht nicht der Wahrheit, sie erscheint uns als linkem Kinder- und Jugendverband auch nicht logisch, da eben auch Mitglieder unseres Verbandes vor Ort waren, die zugleich Schüler sind.

Hampel berichtet, dass die Polizei auf ein „friedliches Zusammenwirken“ abzielte. Auch dem widersprechen wir entschieden. Dies Eskalation ging durchwegs von der Polizei aus. Dass Beamte „massiv tätlich angegriffen“ worden seien und ihnen „in den Rücken gesprungen, gegen Knie und Beine getreten und mit den Ellbogen gegen Oberkörper und Hals geschlagen“ worden sei, entspricht in keinem Fall den Erlebnissen unserer anwesenden Mitglieder. Auch die Videoaufnahmen des Tages sprechen eine andere Sprache. Dass der Einsatzstock als „Abdränghilfe“ verwendet wurde, ist ebenfalls falsch. Mehrere Jugendliche wurden damit verprügelt, darunter Mitglieder unseres Verbandes.

Der Verdacht drängt sich geradezu auf, dass damit versucht wird, den brutalen Polizeieinsatz zu rechtfertigen. Es steht zu befürchten, dass einzelne BlockiererInnen, die nun juristisch belangt werden sollen, als Sündenböcke für einen misslungenen Polizeieinsatz herhalten müssen. Die Verantwortung für die Eskalation seitens der Polizei soll abgewälzt werden. Dass keine Anzeigen gegen Polizeibeamte gestellt wurden, liegt daran, dass die Befürchtung der Betroffenen vor Gegenanzeigen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zu groß ist. Sowohl von seiten der CSU als auch von der SPD wurde der Polizeieinsatz als Einsatz „nach dem Lehrbuch“ gewürdigt und damit Polizeigewalt gegen Jugendliche gerechtfertigt.

Einer der blockierenden Jugendlichen sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Er hat noch am Vortag der Geschehnisse an betreffender Berufsschule einen Workshop im Rahmen des sehr unterstützenswerten Heroes-Projekts gegeben und sich dabei gegen Diskriminierung und Unterdrückung im Namen der Ehre und für Gerechtigkeit eingesetzt. Er wird von Hampel als „bekannter Linksextremist“ denunziert.

Wir sprechen uns gegen die Inhaftierung eines Blockierers und Strafverfahren gegen zivil Ungehorsame aus. Angesichts der Tatsache, dass die Regierung Mittelfranken sich bei der versuchten Abschiebung nicht an geltendes Recht gehalten hat, darf das Engagement und die Zivilcourage Jugendlicher und junger Erwachsener nicht delegitimiert werden. Laut dem Landgericht Nürnberg-Fürth bestehen „erhebliche Zweifel“, dass das Vorgehen der Regierung im Rahmen der versuchten Abschiebung „rechtsstaatlichen Grundsätzen“ entspreche.

Der Versuch der Schülerinnen und Schüler, der Freunde und Bekannten sich gegen Inhumanität zur Wehr zu setzen, darf nicht in einem Strafverfahren gegen Jugendliche enden. Dieses ist als Rechtfertigungsstrategie der Polizei zu bewerten.

Veröffentlicht unter Presse

Nix da Spaltung!

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Die Polizei versucht weiterhin, den Protest gegen die Abschiebung vom 31. Mai in ‚friedliche Schüler*innen‘ und ‚gewalttätige Autonome‘ zu spalten. Das tun sie natürlich, um den brutalen Polizeieinsatz zu rechtfertigen.
Wir wissen, dass an dem Tag bestimmt der ein oder andere Polizist dabei war, der keine Finger gebogen, keine Köpfe geschlagen, keine Augen eingedrückt hat und auch nicht alle anwesenden Polizisten haben Leute angefahren, von ‚friedlichen Polizisten‘ werden wir aber nicht sprechen – wir haben kein Interesse, die Gewalt dieses Staates zu verharmlosen und diejenigen, die sie unmittelbar ausführen, zu spalten in ‚friedliche‘ und ‚gewaltbereite‘ Polizisten.
Die Eskalation ging eindeutig von der Polizei aus, die völlig legitime ‚Gewalt‘ der Schüler*innen war es, sich vor ein Polizeiauto zu setzen und zu versuchen, die Abschiebung zu verhindern.

Den aktuellen NN-Artikel dazu findet ihr hier:

Wir möchten euch daran erinnern, dass noch immer ein Genosse in Untersuchungshaft sitzt und weitere Verfahren anrollen. Spendet euer Geld an:

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Kto.: 4007238359
BLZ: 43060967
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KENNWORT: ’31.Mai‘