{"id":47,"date":"2012-10-09T13:36:03","date_gmt":"2012-10-09T13:36:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.falken-nuernberg.de\/wordpress\/?p=47"},"modified":"2013-04-18T16:56:34","modified_gmt":"2013-04-18T14:56:34","slug":"dance-together-stand-together","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/?p=47","title":{"rendered":"Dance Together-Stand Together"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eSo was gibt\u2019s in N\u00fcrnberg!?\u201c \u2013 Flucht und Ausgrenzungen bekommen ein Gesicht \u2013 Unsere Zusammenarbeit mit dem Club 402<\/strong><\/p>\n<p>Angefangen hatte alles schon im letzten Winter. Einige unserer Falken-Kindergruppen organisierten Weihnachtsgeschenke f\u00fcr die Kinder aus der Gemeinschaftsunterkunft Regensburger Stra\u00dfe, die dann von uns beim Winterfest im Club 402, einem offenen Jugendtreff der AWO neben dem Gel\u00e4nde der Fl\u00fcchtlingsunterkunft, \u00fcberreicht wurden. Dieser Besuch hat uns allen sehr gut gefallen, aber auch betroffen gemacht.<\/p>\n<p>Einige von uns waren zum ersten Mal in der hell-t\u00fcrkisen Containersiedlung in der Regensburger Stra\u00dfe. Einsam und isoliert ist es hier, am s\u00fcd\u00f6stlichen Ende N\u00fcrnbergs, zwischen Fischbach und Frankenstadion. Rund 150 Fl\u00fcchtlinge sind hier notd\u00fcrftig untergebracht. Sie kommen aus den unterschiedlichsten L\u00e4ndern und sind teilweise traumatisiert von Krieg und Flucht. Alle kamen in der Hoffnung auf ein besseres Leben.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Circa ein Drittel der BewohnerInnen des Lagers sind &#8222;unbegleitete Minderj\u00e4hrige&#8220;, d.h. Jugendliche, die die Strapazen der Flucht entweder alleine auf sich genommen haben oder w\u00e4hrend der Reise ins Ungewisse von ihren Familien getrennt wurden.<br \/>\nIhr Alltag ist gepr\u00e4gt von erdr\u00fcckender Enge, Verunsicherung und Konflikten. Mindestens zwei Menschen teilen sich die 16 Quadratmeter, die ein Container bietet. Jugendliche, die auch ohne Flucht- und Diskriminierungserfahrungen vor immensen Entwicklungsaufgaben stehen, leben hier auf engstem Raum zusammen, auch wenn sie sich (zun\u00e4chst) v\u00f6llig fremd sind. Flucht und Ausgrenzung bekommen ein Gesicht &#8211; Eindr\u00fccke die bleiben \u2013 auch in unseren K\u00f6pfen.<\/p>\n<p>\u201c Flucht\u201c wurde zum Thema in den Gruppenstunden und rasch wurde beschlossen, dass wir die Kooperation mit dem Club 402 fortsetzen wollen. Im Fr\u00fchjahr entstand dann die Idee, ein gemeinsames Sommerfest auf dem Gel\u00e4nde des Club 402 zu organisieren. Binnen weniger Wochen gr\u00fcndeten wir ein kleines B\u00fcndnis und suchten Sponsoren. Diese fanden wir auch und konnten dann am 30.06. dank der finanziellen Unterst\u00fctzung der DGB-Jugend Mittelfranken,\u00a0 der Stadt N\u00fcrnberg und O\u00b2ThinkBig ein buntes und lautes Fest feiern, bei dem Herkunft, Aufenthaltsstatus und der Geldbeutel ausnahmsweise mal keine Rolle spielten.<\/p>\n<p>Unter dem Motto<strong> \u201eDance Together \u2013 Stand Together\u201c<\/strong> feierten wir ein wundervolles Sommerfest, mit insgesamt rund 500 kleinen und gro\u00dfen Besucherinnen und Besuchern. <strong><\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend den Konzerten und verschiedenen kreativen Angeboten, wie zum Beispiel \u201ePimp your shirt\u201c, Button- und Graffiti-Workshops lernten wir uns gegenseitig kennen. Da die Containersiedlung in der Regensburger Stra\u00dfe von sehr vielen Familien bewohnt wird, gab es auch ein aufregendes Mitmach-Programm f\u00fcr Kinder. Mit Riesenseifenblasen, einer S\u00fc\u00dfigkeiten-Schleuder, einer Kinderschmink-Aktion und dem Spielmobil konnten auch die kleinen G\u00e4ste des Festes begeistert werden.<\/p>\n<p>Unser Sommerfest war ein echter Erfolg! Viele G\u00e4ste waren zum ersten Mal auf dem Gel\u00e4nde in der Regensburger Stra\u00dfe und bekamen einen ersten Eindruck von der Lebenswirklichkeit der Fl\u00fcchtlinge. Auch wir kn\u00fcpften Kontakte und wollen unsere Zusammenarbeit mit dem Club 402 und den BewohnerInnen der Gemeinschaftsunterkunft weiter ausbauen. In Zukunft m\u00f6chten wir verst\u00e4rkt Fl\u00fcchtlingskinder auf unsere Freizeiten und Zeltlager einladen. Dies gestaltet sich jedoch nicht immer einfach, wie die Erfahrungen dieses Sommers zeigen. Die Tatsache, dass Kinder und Jugendlichen auf Grund der immer noch existierenden Residenzpflicht<a title=\"\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> ohne eine Genehmigung der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rde gar nicht auf einen Zeltplatz au\u00dferhalb ihres Landkreises fahren d\u00fcrfen, ist hier noch das kleinste \u00dcbel. Viel schwieriger ist die Frage, was wir Falken tun, wenn die Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde auf die Idee kommt vier Kinder w\u00e4hrend eines Falkenzeltlagers abzuschieben. Wer jetzt denkt, dass derartige Bedenken unbegr\u00fcndet sind, liegt falsch. Folgende Nachricht ereilte uns w\u00e4hrend der Sommerferien:<\/p>\n<p><strong>Abschiebung w\u00e4hrend des Kinderferienlagers <\/strong><\/p>\n<p>Vier Kindern, die derzeit an einem Zeltlager der Falken aus Hamburg und Schleswig-Holstein teilnehmen, droht nach ihrer R\u00fcckkehr die Abschiebung nach Mazedonien. W\u00e4hrend der Vater bereits in der Nacht zu Samstag im Rahmen einer Sammelabschiebung ausgeflogen wurde, sollen die Mutter, die vier T\u00f6chter zwischen sechs und zw\u00f6lf Jahren und der einj\u00e4hrige Bruder direkt nach dem Ende des Zeltlagers folgen.<\/p>\n<p>Der Anruf der Hamburger Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde erreichte den Landesvorsitzenden der Hamburger Falken, Tilmann Dieckhoff, am Freitagabend um 20:30 Uhr, als die Kinder am Lagerfeuer sangen. Am Telefon erwog die Mitarbeiterin der Hamburger Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde, die sich zum Zeitpunkt des Telefonats in der Wohnung der Kinder in einer Hamburger Fl\u00fcchtlingsunterkunft befand, die Kinder direkt aus dem Zeltlager abzuschieben. \u201eAllein die Tatsache, dass die Kinder nicht mehr mit der F\u00e4hre ans Festland gebracht werden konnten, verhinderte vermutlich die Abschiebung aus dem Ferienlager\u201c, so Tilmann Dieckhoff. Trotzdem ist klar, dass der Vater seine Kinder nach der R\u00fcckkehr aus dem Zeltlager nicht vom Bahnhof abholen kann, weil er bereits abgeschoben wurde.<\/p>\n<p>Umso Gl\u00fccklicher waren wir als wir nach unserem Sommerzeltlager erfuhren, dass in N\u00fcrnberg ein Protestcamp von Fl\u00fcchtlingen aufgebaut wurde. Von August bis Oktober campieren sie am Hallplatz, um gemeinsam mit anderen Fl\u00fcchtlingen in ganz Deutschland f\u00fcr ihr Bleiberecht und gegen die menschenverachtende Asylpolitik zu k\u00e4mpfen. Wir hoffen, dass sich ihr Einsatz auf dem Weg in eine bessere Welt lohnt. Wir k\u00e4mpfen weiter mit, weil die Welt uns allen geh\u00f6rt!<\/p>\n<p>Sozialistische Jugend Deutschland \u2013 Die Falken in N\u00fcrnberg<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Joseph, ein Bewohner der Containersiedlung hat seine Impressionen vom Sommerfest im nachfolgenden Bericht festgehalten:<strong><\/strong><\/p>\n<p>The Last Night In June<\/p>\n<p>After winter comes the spring, nevertheless nature never neglects the summer. It was a warm afternoon and the wardrobe of festival was widely open. Summer outfits were simply on parade. Banners were hanging on the walls of the club 402. Gradual arrivals started making up a big circle of celebrants, celebrants some of whose appearance expressed their ideology of life.<\/p>\n<p>At 16.15pm, SUNBOWL ORCHESTRA, an eight member band was hitting their sticks on bands and metals as their piano made complimentary utterances. The scent of music streamed into the atmosphere. At the left wing of the compound, Mrs A. G\u00fcnzel was easing the barbecue traffic. However the barbecue aroma was sending out messages that the banners were unable to deliver. Those messages really went beyond the border of the woodland.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Moreover, a delegation of four rabbits from the countryside of Altendorf was dancing amid nearby shrubs as witnesses of the joyful evening. The sound of the music was increasing, the circle of celebrants expanding and the faces of a few children been painted by Larissa. The rest of kids were busy dancing with Hula Hoop rings.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Suddenly, there was a screech across the road. The driver of the bus number 44 stopped promptly and people turned around to see what was happening. Oh! It was a funny rabbit named <em>Doggy<\/em>. She was rushing to the summer feast with a squirrel friend of hers named <em>Time will tell<strong>. <\/strong><\/em>They were both rapping as they crossed the tarred road.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Snoop Doggy<\/p>\n<p>Doggy Dog!<\/p>\n<p>Snoop Doggy<\/p>\n<p>Doggy Dog!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Doggy<\/em> had barely arrived the scene when she turned to <em>Time will tell<\/em> and said, \u201cDidn\u2019t I tell you? In the gallery of the 21<sup>st<\/sup> century western life style, it\u2019s somewhat unimaginable to sail the sea of summer without propelling the paddles of barbecue and ice cream. \u201cThat\u2019s true\u201d, replied <em>Time will tell<\/em>. <em>Doggy<\/em> and <em>Time will tell<\/em> are two fat friends. They aren\u2019t just fat and funny rather funny and famous. In rabbit republic, Doggy is an esteemed play maker both in words and action.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>However, immediately <em>Cheikh M\u00b4Boup<\/em> came on stage with his <em>African Dance Drum Circle<\/em>, figures started filling the dance floor like it was the shores of Miami Beach. The voice of culture echoed from drums as he tapped his fingers on them with rhythmical expertise. His two silver rings glittered extensively in appreciation of the African dance revival.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hours after, burning coals were turning gradually to ashes. Stomachs were filled with food and drinks. Boredom had been conquered by celebration. Two year old <em>Hassan<\/em> and his football friends were dribbling their balls happily on one corner. Then the music was allowed to fade so that the voices of resident birds would govern for a while. Friendly minded birds on tree-top proclaiming love and liberty. Ah! Summer-Sweet summer!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nature has so beautifully designed life in such a mysterious manner that certain days are destined to wear the royal ornament of sweet sensation and memories. Once again, SUNBOWL ORCHESTRA mounted on stage with a greater musical spectacle. It was 21.15pm. The moon was sitting on the bed of the sky. The clouds were far from sight but the dark wings of the night had started masking the sky slowly, very slowly.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Suddenly, entertainment sprang from a fire show as people arrayed on the floor of the out-door basketball court, some bare footed and without T-shirts. They were watching with such enthusiasm that would without doubt remind a poet of the historical moonlight games of the agrarian age. When the fire show ended, one of the band members of <em>SUNBOWL ORCHESTRA <\/em>started cat crying as he held his microphone high into the air.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Put your hands up!<\/p>\n<p>Put your hands up!<\/p>\n<p>To the left \u2013 To the right<\/p>\n<p>Put your hands up!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Instantly, children and adults clustered on the dance floor like meshed mussels in Irish island. One or two hips were fashioning Shakira \u2013 Shakira when a black and white rabbit named <em>Common sense <\/em>sprang out of the shrubs and ran around with a small placard bearing the inscription:<\/p>\n<p>Thanks to the organizers<\/p>\n<p>And sponsors.<\/p>\n<p>Thank you all. It\u2019s fun.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>It was really fire. The smoke of fun filled the air and <em>Common sense <\/em>too dangled her tail in accordance to the Shakira effects. It is unforgettably the last night in June. The twelfth summer after the year 2000 A.D. Its memory will keep crawling like an old tortoise along the pathway of later years.<\/p>\n<p>All Rights Reserved<\/p>\n<p>GreatJoe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Die bundesdeutsche Asylgesetzgebung schreibt Fl\u00fcchtende vor sich an die sogenannte Residenzpflicht zuhalten, das hei\u00dft dass Asylsuchende sich nur in dem Landkreis der f\u00fcr sie zust\u00e4ndigen Asylbeh\u00f6rde aufhalten d\u00fcrfen. Ein Versto\u00df gegen die Residenzplicht gilt als Straftat.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eSo was gibt\u2019s in N\u00fcrnberg!?\u201c \u2013 Flucht und Ausgrenzungen bekommen ein Gesicht \u2013 Unsere Zusammenarbeit mit dem Club 402 Angefangen hatte alles schon im letzten Winter. 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