{"id":3524,"date":"2024-03-10T13:27:11","date_gmt":"2024-03-10T11:27:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/?p=3524"},"modified":"2024-04-16T13:28:03","modified_gmt":"2024-04-16T11:28:03","slug":"was-macht-man-bei-den-wuestentagen-und-was-bedeutet-es-dass-die-bezahlkarte-fuer-gefluechtete-umgesetzt-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/?p=3524","title":{"rendered":"Was macht man bei den W\u00fcstentagen?- und was bedeutet es, dass die Bezahlkarte f\u00fcr Gefl\u00fcchtete umgesetzt wird?"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Wuestentage24.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-3526\" src=\"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Wuestentage24-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"151\" srcset=\"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Wuestentage24-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Wuestentage24-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Wuestentage24-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Wuestentage24-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Wuestentage24-400x300.jpg 400w, https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Wuestentage24.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a>Ende Februar bis Anfang M\u00e4rz waren wir bei den W\u00fcstentagen. Die W\u00fcstentage haben nichts mit W\u00fcste(n) zu tun, aber W\u00dcST ist es manchmal schon&#8230; Kein Wunder, wenn ca. 20 Jugendliche und junge Erwachsene eine Woche als WG auf Zeit zusammen leben und versuchen, einen solidarischen und gleichberechtigten Alltag zu leben. Wie viel Nudeln essen 22 Leute? Wo ist noch Schokolade und wo bekomme ich neue her? Wie kommen wir ans Holz f\u00fcrs Lagerfeuer? Und wer leitet das Plenum an? Solche Fragen kommen schon mal vor. Ist aber auch kein Problem. Am Anfang der W\u00fcstentage werden gemeinsam Regeln f\u00fcr das Zusammenleben besprochen und alle tragen sich in Dienste ein, um gemeinsam den Haushalt zu schmei\u00dfen. Au\u00dferdem gibt es ein Programm mit inhaltlichen und spa\u00dfigen Themen, sowie Spiel und Action.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ach ja: Alle Teilnehmenden gehen tags\u00fcber nat\u00fcrlich ihren \u00fcblichen T\u00e4tigkeiten nach: ob Schule, Arbeit oder Ausbildung &#8211; w\u00fcst wird es erst, wenn am Nachmittag\/ Abend alle wieder zusammen kommen. Gleich ist an fast allen Tagen, dass wir irgendwann aufstehen, um rechtzeitig in die Schule, in die Ausbildung oder unseren Job zu kommen. Irgendwann kommen wir alle wieder, machen Hausaufgaben (jippie!), gehen einkaufen, kochen, planen f\u00fcr den Abend oder organisieren irgendwas &#8211; alles gemeinsam und solidarisch versteht sich. Auch das Programm wird gemeinsam beschlossen &#8211; eine grobe Planung stand davor schon: Zusammen haben wir zum Beispiel Vortr\u00e4ge geh\u00f6rt, an Workshops teilgenommen, demonstriert und ein Kneipenquiz gemacht.<\/p>\n<p>An einem Abend haben wir uns mit der Bezahlkarte f\u00fcr Gefl\u00fcchtete auseinander gesetzt:\u00a0 \u201eDie Bezahlkarte f\u00fcr Gefl\u00fcchtete soll bundesweit die bisherigen Barauszahlungen ersetzen, haben die Herrschenden beschlossen. Auch wenn die konkrete Ausgestaltung noch nicht feststeht, ist klar, dass die Bezahlkarte im Alltag viele Dinge komplizierter macht und Spontanit\u00e4t nahezu unm\u00f6glich wird. Abos, \u00dcberweisungen, Spenden und spontane Barzahlungen werden verkompliziert bis verunm\u00f6glicht. Die m\u00f6gliche Bindung der Karte an Postleitzahlen w\u00fcrde au\u00dferdem eine Einschr\u00e4nkung der Bewegungsfreiheit bedeuten.<\/p>\n<p>Das angebliche Problem, das die Bezahlkarte l\u00f6sen soll, ist der Abfluss von Geld in Herkunftsl\u00e4nder an die zur\u00fcckgebliebenen Familien von Gefl\u00fcchteten oder an sog. Schlepper. Harte Zahlen gibt es dazu nicht, aber es ist unrealistisch, dass bei den rund 200\u20ac, die Gefl\u00fcchteten zustehen, hier gro\u00dfe Mengen zusammenkommen. Gegen die Millionen und Milliarden, die steuerfl\u00fcchtige Kapitalisten ins Ausland schaffen, kann es nur um Peanuts gehen, und das ist wohl auch allen Politiker*innen klar. Dass es die Notwendigkeit zur Flucht und Gr\u00fcnde f\u00fcr sog. \u201eSchlepperkriminialit\u00e4t\u201c gibt, k\u00f6nnen die Herrschenden anscheinend nicht auf die eigene Ausbeutung und Kriegsf\u00fchrung im globalen S\u00fcden nicht zur\u00fcckf\u00fchren.<\/p>\n<p>Der wirkliche Grund f\u00fcr die Bezahlkarte, der auch von ihren F\u00fcrsprechern nicht geheimgehalten wird, ist die G\u00e4ngelung und Disziplinierung der Schw\u00e4cheren. Man erhofft sich eine abschreckende Wirkung, die angesichts der t\u00f6dlichen Gefahren in den Herkunftsl\u00e4ndern aber zweifelhaft ist. Au\u00dferdem sollen Drogenhandel und Gl\u00fccksspiel verhindert werden. Die Politik befeuert also die rassistische Spaltung der Gesellschaft mit verunglimpfenden und erlogenen Vorstellungen von Gefl\u00fcchteten.<\/p>\n<p>F\u00fcr Kinder von Gefl\u00fcchteten bedeutet das zum Beispiel: noch schwierigerer Zugang zu den Notwendigkeiten des Alltags. Der Kauf eines gebrauchten Fahrrads, Handys\u00a0 oder von Klamotten \u00fcber Ebay, an Flohm\u00e4rkten o.\u00c4. geht ohne \u00dcberweisung und mit einem Bargeldbudget von 50\u20ac im Monat einfach nicht. Teilhabe an Freizeit und ein Leben ohne st\u00e4ndige Schikane bleibt wie immer dem vor allem wei\u00dfen B\u00fcrgertum vorbehalten.<\/p>\n<p>Diese Disziplinierungsma\u00dfnahmen, wie auch erste \u00dcberlegungen zu Formen der Arbeitsverpflichtung von Gefl\u00fcchteten gegen Minimalentlohnung macht einen weiteren Zweck klar: die Dienstbarmachung der Schw\u00e4chsten f\u00fcr immer st\u00e4rkere Ausbeutung. Ein Angriff auf einen ist ein Angriff auf alle \u2013 das ist sp\u00e4testens klar, seitdem ein CDU-Abgeordneter vorschlug, die Bezahlkarte auch auf B\u00fcrgergeldempf\u00e4nger*innen auszuweiten, um diese besser kontrollieren zu k\u00f6nnen und dazu zu dr\u00e4ngen, auch die miesesten Jobs anzunehmen.<\/p>\n<p>Baut Nachbarschaftshilfen auf und unterst\u00fctzt Gefl\u00fcchtete dabei, an Bargeld zu kommen! \u00dcbt Druck auf eure Kommune aus, die die konkreten Ma\u00dfst\u00e4be der Bezahlkarte letztlich festlegt. Auf unseren Zeltlagern und Freizeiten k\u00f6nnen alle Kinder und Jugendlichen mitfahren, egal wie knapp das Geld ist, und auch die Bezahlkarte wird kein Hindernis sein. Unsere Ziele sind aber nicht nur die Verhinderung der Bezahlkarte, sondern das Ende von rassistischer Sortierung von Menschen, Sozialleistungen am Existenzminimum und Ausbeutung!\u201c<\/p>\n<p>Wir waren auch gemeinsam mit anderen progressiven Gruppen auf der get organized Demonstration.<\/p>\n<p>Dort haben wir am Ende auch einen Infostand gemacht. Wenn du Interesse hast dich politisch zu organisieren und der kapitalistischen Welt mit all ihren Auswirkungen etwas entgegenzusetzen; wenn du dich und Andere bilden m\u00f6chtest in Fragen des Feminismus, des Antirassismus, der Klimakatastrophe, der Arbeiter*innengeschichte und \u2013 gegenwart, dich in Kapitalismuskritik \u00fcben und Ideen entwickeln wie eine gerechte Welt aussehen k\u00f6nnte. Wenn du Lust hast Teil eines Kollektivs zu sein und mit Kindern und Jugendlichen sozialistische Erziehung praktizieren m\u00f6chtest; dann bist du bei uns genau richtig! Wir machen zum Beispiel Gruppenstunden und Zeltlager f\u00fcr alle zwischen 6 und 18\u00a0 und wenn du \u00e4lter bist kannst du als Helfer*in p\u00e4dagogisch politische Arbeit, \u00d6ffentlichkeits-, Bildungs- und B\u00fcndnisarbeit oder offene Angebote bei uns machen. Melde dich gerne unter <a href=\"mailto:buero@falken-nuernberg.de\">buero@falken-nuernberg.de<\/a> oder schreib eine Nachricht an falken.nuernberg auf Instagram.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ende Februar bis Anfang M\u00e4rz waren wir bei den W\u00fcstentagen. 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