{"id":3065,"date":"2020-05-10T21:20:31","date_gmt":"2020-05-10T19:20:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/?p=3065"},"modified":"2020-05-10T21:20:31","modified_gmt":"2020-05-10T19:20:31","slug":"nicht-auf-unserem-ruecken-coronakrise-aus-kindersicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/?p=3065","title":{"rendered":"#Nicht auf unserem R\u00fccken &#8211; Coronakrise aus Kindersicht"},"content":{"rendered":"<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p><a href=\"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/photo5314671890637368961.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-3066 size-medium\" src=\"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/photo5314671890637368961-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/photo5314671890637368961-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/photo5314671890637368961-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/photo5314671890637368961.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a> Die aktuellen Einschr\u00e4nkungen aufgrund der Corona-Pandemie werden auf dem R\u00fccken vieler (https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/?p=3046) ausgetragen. Auch auf dem R\u00fccken von Kindern und Jugendlichen. In den viel berichteten \u201e\u00d6ffnungsdiskussionsorgien\u201c sind Vertreter und (weniger) Vertreterinnen verschiedenster Bereiche dabei. Die Rechte und Meinungen von Kindern sind dabei nur \u00e4u\u00dferst selten Thema. Auch die Deutsche Akademie f\u00fcr Kinder- und Jugendmedizin warnte, dass \u201eKinder und Jugendliche in den bisherigen Entscheidungsprozessen nicht als Personen mit ebenb\u00fcrtigen Rechten gesehen [wurden], sondern als potentielle Virustr\u00e4ger.\u201c Kinder werden als Virenschleudern und Superspreader bezeichnet (z.B. https:\/\/web.de\/magazine\/news\/coronavirus\/virenschleuder-superspreader-rolle-kinder-coronavirus- pandemie-34652354) sollen inzwischen manchmal wie Hunde vorm Supermarkt warten (https:\/\/www.focus.de\/familie\/eltern\/coronavirus-kurzer-schock-im-supermarkt-ihre-kinder- muessen-beim-einkaufen-bitte-draussen-bleiben_id_11822291.html) und werden in den aktuellen Beschl\u00fcssen zu (sicherlich notwendigen!) Einschr\u00e4nkungen nur insofern mitgedacht, wie sie Hindernis f\u00fcr die Arbeitskraft der Eltern sind. Alle sozialen R\u00e4ume in denen Kindern lernen, sich entwickeln, Bindungen eingehen, sich entspannen und spielerisch mit Erlebtem und dazugeh\u00f6rigen Emotionen umgehen k\u00f6nnen sind ihnen momentan nicht zug\u00e4nglich. Bezugspersonen und Strukturen brechen weg, die Kindern sonst vielleicht helfen mit unsicheren und be\u00e4ngstigenden Situationen, wie wir gerade eine haben, fertig zu werden. Auch die f\u00fcr psychische und physische Gesundheit notwendige Bewegung, die viele Kinder sowieso zu wenig haben, f\u00e4llt durch Schlie\u00dfung von Spielpl\u00e4tzen und die strikten Ausgangsbeschr\u00e4nkungen vielfach weg. Kinder k\u00f6nnen nicht ohne weiteres alleine Joggen gehen, sich alleine mit einer weiteren Person treffen, haben keine*n (Ehe-)Partner*In zum Treffen. Die Ausnahmen der Beschr\u00e4nkungen sind f\u00fcr Erwachsene formuliert.<\/p>\n<p>Auf all diesen Ebenen versch\u00e4rfen sich soziale Ungerechtigkeiten. Eltern mit weniger Geld haben nat\u00fcrlich mehr Angst vor Bu\u00dfgeldern und sind nochmal angespannter in der aktuellen Situation. Die Angst vorm Verlust des Arbeitsplatzes, die h\u00e4ufig beengten Wohnr\u00e4ume und weniger M\u00f6glichkeiten f\u00fcr F\u00f6rderung und Besch\u00e4ftigung der Kinder kommen dazu und bieten in Familien ganz sch\u00f6n viel Z\u00fcndstoff f\u00fcr Eskalation. Kindern in solchen Situationen fehlen gleichaltrige und auch erwachsene Bezugspersonen wie Lehrer*Innen, Horterzieher*Innen oder Gruppenhelfer*Innen besonders. Ohne eigenes Zimmer, ohne Computer und ohne Eltern, die unterst\u00fctzen k\u00f6nnen lernt es sich zu Hause auch viel schwieriger und Bildungsunterschiede vergr\u00f6\u00dfern sich und werden zementiert.<\/p>\n<p>In der aktuellen Krise geraten Kinder \u2013 gemeinsam mit vielen anderen Gruppen \u2013 besonders aus dem Blick. Wir haben daher \u2013 auch als ein Weg, um mit der aktuellen schwierigen Situation umzugehen \u2013 eine Telefonumfrage gestartet und Kinder in unserem Bekanntenkreis gefragt, wie es ihnen eigentlich so geht und was sie von der aktuellen Situation halten. Herausgekommen ist ein Brief:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/photo5314671890637368960.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3067 size-large aligncenter\" src=\"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/photo5314671890637368960-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"584\" height=\"779\" srcset=\"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/photo5314671890637368960-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/photo5314671890637368960-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/photo5314671890637368960.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a>Lieber Herr S\u00f6der,<\/p>\n<p>Sie reden immer davon, dass wir uns Zeit lassen m\u00fcssen, dass wir die Zeit auch haben und die Beschr\u00e4nkungen verl\u00e4ngern k\u00f6nnen. Aber wir Kinder werden gar nicht gefragt, wie es uns damit geht. Wir wissen, dass wir vorsichtig sein m\u00fcssen und \u00fcberlegen m\u00fcssen, wie das Corona-Virus sich weniger verbreitet, aber zur Zeit geht es vielen Kindern gar nicht gut. Damit auch die Kinder selbst mal was dazu sagen k\u00f6nnen, haben wir eine Telefonumfrage unter Freundinnen, Freunden und Bekannten gestartet. Alle Kinder fanden an der Situation gerade gar nichts gut! Vor allem macht es alle traurig, dass sie niemanden au\u00dfer der Familie sehen k\u00f6nnen. Keine Freundinnen und Freunde, keine Lehrer*Innen und auch keine Horterzieher*Innen. Den ganzen Tag niemanden au\u00dfer der Familie zu sehen nervt und es gibt viel Streit. Manche habe noch Gl\u00fcck und k\u00f6nnen zumindest raus in den Garten, aber manche haben auch nur eine kleine Wohnung ohne Balkon. Eine Freundin wohnt zu f\u00fcnft in einer 3-Zimmer-Wohnung mit kleinen Zimmern. Sie hat kein eigenes Zimmer, wo sie die T\u00fcr zumachen kann, wenn jemand sie nervt. Deswegen haben sie einmal drau\u00dfen ein Picknick gemacht, aber dann wurden sie von der Polizei nach Hause geschickt, weil das verboten war. Das verstehen wir nicht \u2013 sie haben doch Abstand zu anderen gehalten! Jetzt darf man zwar wieder zu zweit raus, aber meine Freundin traut sich nicht mehr wirklich und hat Angst, \u00c4rger zu kriegen und Bu\u00dfgeld zahlen zu m\u00fcssen. Wenn ich mit ihr telefoniere redet sie auch noch weniger als sonst schon. Eine andere Freundin darf gar nicht mehr raus, weil sie auf ihre kleine Schwester aufpassen muss, weil ihre Eltern arbeiten m\u00fcssen. In der Notbetreuung im Hort, wo ich jetzt hingehe, wurden wir bei einem Ausflug auch schon von der Polizei kontrolliert, aber unser Horterzieher hatte einen Zettel, dass wir das d\u00fcrfen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Viele vermissen auch ihre Lehrerinnen und Lehrer. Es ist zwar gut, nicht so fr\u00fch aufstehen zu m\u00fcssen, wie wenn Schule ist, aber zu Hause ist es viel schwerer, sich auf die Aufgaben zu konzentrieren. Und ich und auch andere Kinder vermissen den Pausenhof. F\u00fcr Erwachsene ist es vielleicht gut, nur daheim zu sitzen und zu lesen oder zu stricken, aber wir finden das langweilig und kriegen davon schlechte Laune. Und sich mit einer anderen Person zu zweit zu treffen ist f\u00fcr Kinder auf meistens nicht m\u00f6glich. Und sich per Skype mit anderen zu unterhalten ist nicht richtig sich sehen.<br \/>\nViele Erwachsene, z.B. die Horterzieher*Innen, schicken schon Bastelpakete, damit es uns besser geht und ich versuche auch, Fotos und Nachrichten an Freund*Innen zu schicken, die noch weniger raus k\u00f6nnen als ich. Aber trotzdem geht es allen Kindern, mit denen wir telefoniert haben, nicht gut. Bitte sprechen Sie doch in Zukunft auch mit uns und sehen Sie die Welt nicht immer nur aus der Erwachsenen-Sicht.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die aktuellen Einschr\u00e4nkungen aufgrund der Corona-Pandemie werden auf dem R\u00fccken vieler (https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/?p=3046) ausgetragen. Auch auf dem R\u00fccken von Kindern und Jugendlichen. In den viel berichteten \u201e\u00d6ffnungsdiskussionsorgien\u201c sind Vertreter und (weniger) Vertreterinnen verschiedenster Bereiche dabei. 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