{"id":3023,"date":"2020-04-02T19:41:36","date_gmt":"2020-04-02T17:41:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/?p=3023"},"modified":"2020-05-04T21:01:06","modified_gmt":"2020-05-04T19:01:06","slug":"statement-zu-spendenzaeunen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/?p=3023","title":{"rendered":"Statement zu Spendenz\u00e4unen"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"996\" height=\"1360\" src=\"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/img_0650.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3022\" srcset=\"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/img_0650.jpg 996w, https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/img_0650-220x300.jpg 220w, https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/img_0650-750x1024.jpg 750w, https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/img_0650-768x1049.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 996px) 100vw, 996px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die Spendenz\u00e4une in N\u00fcrnberg gibt es derzeit- wie in vielen anderen St\u00e4dten- eine rege Diskussion. Die einen loben die Initiative, engagieren sich f\u00fcr die Z\u00e4une und helfen tatkr\u00e4ftig mit diese zu best\u00fccken. Die Anderen melden Bedenken an, bzw. fordern deren Aufl\u00f6sung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um welche Bedenken handelt es sich?<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Der Infektionsschutz der Wohnungslosen und Bed\u00fcrftigen ist nicht gesichert.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es stimmt, dass eine \u00dcbertragung des Virus Covid-19 \u00fcber eine gepackte T\u00fcte nicht ausgeschlossen werden kann. Gleichzeitig gilt dies auch f\u00fcr den normalen Einkauf um Supermarkt. Au\u00dferdem haben wir von Anbeginn auf die Hygienestandards beim T\u00fctenpacken hingewiesen (T\u00fcten mit frischen Einweghandschuhen oder desinfizierten H\u00e4nden packen, keine losen Lebensmittel in die T\u00fcten packen, etc.).<br \/>Zynisch finden wir bei dieser Aussage, dass nicht etwa problematisiert wird, dass Wohnungslose auf der Stra\u00dfe oder in Unterk\u00fcnften, in welchen die hygienischen Bedingungen oft auch nicht gerade die besten sind, schlafen m\u00fcssen, sondern, dass die vermeintliche Kritik genau da aufploppt, wo Essen an Menschen verteilt wird, die kaum finanzielle Mittel zur Verf\u00fcgung haben. Wer auf der Stra\u00dfe lebt ist vielen Gefahren ausgesetzt: Hassattacken von Rechten, K\u00e4lte, Dreck, Hunger, emotionaler Zerm\u00fcrbung, staatlicher Schikane und Abwertung von Passant*innen. Diese Gefahren werden in unserer Gesellschaft jedoch toleriert und normalisiert- und gerade beim Spendenzaun steigt die Sorge um die Betroffenen?<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" start=\"2\"><li>Durch die Z\u00e4une wird Ungeziefer angezogen<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich bedarf ein Spendenzaun einer gewissen Kontrolle. Damit ist gemeint, dass regelm\u00e4\u00dfig kontrolliert wird ob Essensreste \u00fcbrig geblieben sind um diese entsorgen zu k\u00f6nnen. Soweit wir die Situation \u00fcberblicken k\u00f6nnen werden die Spendenz\u00e4une in N\u00fcrnberg von den unterschiedlichsten Gruppen und Initiativen in diesem Sinne betreut.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" start=\"3\"><li>Die Anwohner*innen im Umfeld eines Spendenzaunes haben sich beschwert<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die in Deutschland sehr ernst genommene Lobby der sich-beschwerenden-Anwohner*innen hat schon einiges erreicht. Bars und Clubs wurden wegen ihnen geschlossen oder mit absurden Auflagen belegt, \u00f6ffentliche Pl\u00e4tze zur Gefahrenzone erkl\u00e4rt um willk\u00fcrliche Polizeikontrollen zu erleichtern und nun sollen Wohnungslose aus dem \u00f6ffentlichen Raum vertrieben werden. Viele wollen Leid und Armut nicht sehen, erst recht nicht vor der eigenen Haust\u00fcre. Das Bed\u00fcrfnis von Menschen, die es bei der Ausgangsbeschr\u00e4nkung ohne eigene Wohnung immer schwieriger haben an einem Ort zu sein werten wir eindeutig schwerwiegender als das falsche Bed\u00fcrfnis von deren Armut nicht konfrontiert sein zu wollen.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" start=\"4\"><li>Es gibt staatliche und nicht-staatliche Einrichtungen, welche nach wie vor ge\u00f6ffnet haben, diese haben die bessere Expertise im Umgang mit der Not von Wohnungslosen und\/ oder Bed\u00fcrftigen<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Punkt ist uns wichtig: es gibt in N\u00fcrnberg viele tolle Einrichtungen, in denen auch Menschen arbeiten, die sich tagt\u00e4glich und schon seit Ewigkeiten f\u00fcr Wohnungslose und Bed\u00fcrftige einsetzen. An diese Organisationen zu spenden, macht ebensoviel Sinn wie T\u00fcten an den Spendenzaun zu h\u00e4ngen. Diese Menschen machen die widerw\u00e4rtige K\u00e4lte der kapitalistischen Gesellschaft wenigstens etwas ertr\u00e4glicher. Gleichzeitig sto\u00dfen auch sie immer wieder an b\u00fcrokratische, rechtliche oder wirtschaftliche Grenzen und wollen meist viel mehr erreichen, als die institutionellen Rahmenbedingungen hergeben. Frauen* haben es in diesen Einrichtungen meist noch schwerer, ihnen ist der Zugang zu ihnen h\u00e4ufig faktisch erschwert. Die Spendenz\u00e4une sind keine Konkurrenz zu diesen Einrichtungen, sie sind eine sehr niedrigschwellige Erg\u00e4nzung und als diese sollten sie auch wahrgenommen werden. Denn die Erfahrung von allen Spendenzaunbetreiber*innen in N\u00fcrnberg zeigt- und das ist unser wichtigstes Argument-: die T\u00fcten gehen weg wie warme Semmeln, viele sind bereits Minuten nach dem aufh\u00e4ngen bereits in Anspruch genommen worden. Dies zeigt, dass eine Versorgungsl\u00fccke besteht und die Arbeit nicht umsonst ist. Besonders deutlich wird das im \u00dcbrigen, wenn man mit den Betroffenen selbst ins Gespr\u00e4ch kommt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir wollen die Spendenz\u00e4une- trotz Gegenwind- aufrechterhalten. Menschen ohne Wohnung, Menschen in gro\u00dfer Armut haben zur Zeit noch weniger Chancen Geld zu verdienen. Beispielsweise sind aufgrund der Ausgangseinschr\u00e4nkung weniger Passant*innen unterwegs, was das Betteln oder Schnorren erschwert. Auch Pfandflaschen lassen sich in geschlossenen Parks nicht finden. Die Klassengesellschaft war schon immer brutal und erbarmungslos zu denen, die am meisten Pech hatten, jedoch versch\u00e4rft sich dies in der Krise. Dieser kleine Versuch dem Elend wenigstens ein bisschen entgegenzuwirken soll gerade im Keim erstickt werden. Das ist falsch und dagegen sprechen wir uns aus.<br>Bleibt solidarisch!<br>Geht weiterhin zu den Z\u00e4unen und best\u00fcckt sie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um die Spendenz\u00e4une in N\u00fcrnberg gibt es derzeit- wie in vielen anderen St\u00e4dten- eine rege Diskussion. Die einen loben die Initiative, engagieren sich f\u00fcr die Z\u00e4une und helfen tatkr\u00e4ftig mit diese zu best\u00fccken. 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