{"id":2421,"date":"2019-07-15T20:49:54","date_gmt":"2019-07-15T18:49:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.falken-nuernberg.de\/?p=2421"},"modified":"2019-07-15T20:49:54","modified_gmt":"2019-07-15T18:49:54","slug":"pressemitteilung-und-richtigstellung-der-sjd-die-falken-nuernberg-betreffend-jamnitzerplatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/?p=2421","title":{"rendered":"Pressemitteilung und Richtigstellung der SJD \u2013 Die Falken N\u00fcrnberg betreffend: Jamnitzerplatz"},"content":{"rendered":"<p><strong>Pressemitteilung und Richtigstellung der SJD \u2013 Die Falken N\u00fcrnberg<br \/>\nbetreffend: Jamnitzerplatz<\/strong><\/p>\n<p>15.7.2019<\/p>\n<p><strong>Liebe Freund*innen, liebe Genoss*innen, liebe interessierte \u00d6ffentlichkeit<\/strong><\/p>\n<p>In den letzten Tagen schienen die Geschehnisse um den Jamnitzerplatz in Gostenhof in punkto medialer und \u00f6ffentlicher Aufmerksamkeit hoch im Kurs gestanden zu sein. Den Ablauf kennen mittlerweile vermutlich alle: am Freitag, den 28. Juni versuchen Polizeibeamte, die wegen angeblicher Ruhest\u00f6rung gerufen wurden, Personalien aufzunehmen, ziehen sich aber zur\u00fcck, nachdem andere Menschen sie vertreiben. Daraufhin gibt es Zeitungsartikel, in denen ein totaler Kontrollverlust gezeichnet wird, woraufhin die Polizei mit massiver Pr\u00e4senz am Jamnitzerplatz vor Ort ist. Dies wiederum wird von vielen Platznutzer*innen und Gostenhofer*innen als unangenehm und st\u00f6rend empfunden, der von Unbekannten initiierten und von Vielen verbreiteten Einladung zum \u201esolidarischen Cornern\u201c am darauffolgenden Freitag folgen \u00fcber 200 Menschen \u2013 sehr viele von ihnen sind Anwohner*innen. Nachdem dort friedlich, aber unangemeldet bis 1 Uhr nachts gefeiert wird, brodelt die Ger\u00fcchte- und Einsch\u00e4tzungsk\u00fcche in der Stadt\u00f6ffentlichkeit.<\/p>\n<p>Wir wollen im Folgenden einige Dinge klarstellen und zugleich unsere Position zu den Geschehnissen rund um den Jamnitzerplatz zum Ausdruck bringen:<\/p>\n<p><strong>Die Falken N\u00fcrnberg haben nicht zum \u201esolidarischen Cornern\u201c aufgerufen.<\/strong><\/p>\n<p>Entgegen den teilweise inhaltlich falschen Darstellungen auf nordbayern.de haben wir Falken nicht zum \u201esolidarischen Cornern\u201c aufgerufen. Die Nachricht, in der eben zu diesem \u201esolidarischen Cornern\u201c aufgerufen wird, haben Mitglieder von uns erhalten. Da insbesondere einige unserer Mitglieder, die in Gostenhof leben, die t\u00e4glichen Polizeieins\u00e4tze an und um den Jamnitzerplatz als unangenehm empfanden, schien uns die Einladung, in der um ein solidarisches Miteinander in der Nachbarschaft geworben wurde, als ein sehr sch\u00f6nes Symbol. Freude, Ausgelassenheit und Zusammensein sollte st\u00e4rker sein als Nachbarschaftszank, Vereinzelung und Einsamkeit.<\/p>\n<p>Deswegen haben wir \u2013 so wie es f\u00fcr unsere Facebook-Verwaltung \u00fcblich ist \u2013 die Nachricht geteilt und mit eigenem Kommentar versehen. Wir haben aber nicht selbst aufgerufen.<\/p>\n<p><strong>Vom Lagerfeuer wusste niemand etwas<\/strong><\/p>\n<p>Es mag verwunderlich sein \u2013 schlie\u00dflich brauchen nur f\u00fcnf Falken zusammenkommen und schon sitzen sie am Lagerfeuer und singen Arbeiter*innenlieder \u2013 aber bis zu dem Zeitpunkt, als Menschen begannen, ein Lagerfeuer in der Mitte des Jamnitzerplatzes zu entz\u00fcnden, wusste niemand, dass es ein solches geben wird. Auch in der Einladung, die Mitglieder von uns erhielten, stand davon nichts. Das Feuer spielt in der Frage zwar eine sehr untergeordnete Rolle \u2013 schlie\u00dflich ist polizeilich best\u00e4tigt, dass es zu jedem Zeitpunkt ungef\u00e4hrlich war \u2013 dennoch ist uns eine korrekte Darstellung der Faktenlage wichtig.<\/p>\n<p><strong>Die Polizeieins\u00e4tze an den Freitagen waren besonnen, die sonstige Polizeipr\u00e4senz ist be\u00e4ngstigend<\/strong><\/p>\n<p>Die Polizei hat an dem Ausgangsabend, am Freitag, den 28. Juni, korrekt gehandelt: sie hat sich zur\u00fcckgezogen, die Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit gepr\u00fcft und ist zu der Erkenntnis gekommen, dass \u201eRuhest\u00f6rung\u201c keine Straftat ist. Erst die Polizeipr\u00e4senz in den darauffolgenden Tagen hat die Stimmung erhitzt.<\/p>\n<p>Die Polizei ging in den Folgentagen gegen Menschen vor, die in einem Park sa\u00dfen und tranken, weil sie eben zu wenig Geld f\u00fcr das Caf\u00e9 oder Kneipe haben; sie ging gegen Jugendliche vor, die zuhause beengt leben und deswegen auf die Stra\u00dfe und Parks und Pl\u00e4tze ausweichen; sie fuhr \u00fcber Tage (und f\u00e4hrt bis jetzt) durch das Viertel und hat Menschen in Handschellen gelegt, nachdem diese ein Bier am Jamnitzerplatz tranken. All das hat sehr viele Gostenhofer*innen und Anwohner*innen emp\u00f6rt. Das ist einfach nicht das richtige Ma\u00df und es ist be\u00e4ngstigend.<\/p>\n<p>Der Polizeieinsatz an dem Abend des \u201eCornerns\u201c, am Freitag, den 5. Juli hingegen, l\u00e4sst sich ebenso als besonnen und verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig einsch\u00e4tzen. Die Polizei verzichtete auf eine R\u00e4umung des Jamnitzerplatzes und verhinderte so schlimme Szenen. Damit blieb es bei einem ausgelassenen Abend, der eben ein Zeichen f\u00fcr Lebensfreude und Zusammensein im Viertel darstellte und auch bereits um 1 Uhr nachts friedlich und ohne Zwischenf\u00e4lle endete.<\/p>\n<p><strong>Der \u201eKampf\u201c um den Jamnitzerplatz ist ein Kampf um die Frage: Wem geh\u00f6rt die Stadt?<\/strong><\/p>\n<p>Uns ist wichtig, zu betonen, dass der Konflikt, der in Gostenhof rund um den Jamnitzerplatz schwelt, ein Konflikt zwischen Klassen ist.<\/p>\n<p>Es ist ein Konflikt zwischen denen, die in ihrem Hinterhof oder Vorg\u00e4rtchen ihre ganz eigene Grillparty feiern k\u00f6nnen, die sich kostspielig in Kneipen und Bars betrinken k\u00f6nnen (und demgem\u00e4\u00df oft kein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die haben, denen es anders ergeht) und denen, die gar keine G\u00e4rten oder Innenh\u00f6fe nutzen k\u00f6nnen, die kein Geld haben f\u00fcr teuren Bars oder Kneipen. F\u00fcr viele dieser Menschen ist der Jamnitzerplatz einfach der Garten, der Treffpunkt, der Ort der Erholung und der Freizeit. Diese Menschen finden leider viel zu selten Geh\u00f6r.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns Falken in Gostenhof hat der Jamnitzerplatz auch deswegen besondere Bedeutung, weil dort sehr viele Kinder \u2013 teils bis in die sp\u00e4ten Abendstunden \u2013 ihre Zeit verbringen und spielen, viele Jugendliche treffen sich dort und h\u00f6ren Musik oder trinken. Der Jamnitzerplatz ist ein Ort der Kommunikation und des Zusammenkommens \u2013 insbesondere f\u00fcr die, die aufgrund mangelnden Wohnraums nicht zu sich nach Hause einladen k\u00f6nnen:<\/p>\n<p><em>&#8222;Die Gostenhofer Falken m\u00f6gen ihren Platz, lieben seine Lebendigkeit und Vielfalt. Wir Falken finden, dass eine lebenswerte Stadt solche kommerzfreien Treffpunkte braucht, an denen man billige Getr\u00e4nke zu sich nehmen kann. F\u00fcr viele Gostenhofer*innen ist der Jamnitzer der Vorgarten oder Hinterhof, weil so etwas in unserer Gesellschaft eben nicht alle Menschen besitzen.&#8220; <\/em><\/p>\n<p>Wir haben absolutes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Menschen, die \u2013 vor Allem unter der Woche \u2013 ersch\u00f6pft von der Arbeit nach Hause kommen und in Ruhe schlafen wollen. Den Meisten von uns geht es ja selbst so, dass uns der Schlaf heilig ist, weil er uns unter der Woche vom Wecker und der Arbeit, Schule, Studium immer geraubt wird. Ebenso heilig ist uns aber das Wochenende \u2013 und diese konflikthaften Austragungen fanden stets am Wochenende statt. Das Wochenende soll der Erholung dienen, aber auch der Zerstreuung, es ist dazu da, den Kopf abzuschalten. Wir \u2013 die wir stets Leistung bringen m\u00fcssen und deswegen am Montag oft schon den Freitag herbeisehnen \u2013 brauchen am Wochenende also neben dem Schlaf auch Spa\u00df, Freiheit, Rausch, Gespr\u00e4che, Knutschen und Party.<\/p>\n<p>Damit ist leider ein Konfliktfeld er\u00f6ffnet, das sich nicht leicht beantworten l\u00e4sst. Welches der gegens\u00e4tzlichen Bed\u00fcrfnisse z\u00e4hlt mehr: Schlaf und Erholung oder Party und Zerstreuung?<\/p>\n<p>Wir Falken haben darauf keine unmittelbare Antwort, nehmen aber zur Kenntnis, dass die Ruhe und Erholung von Menschen sehr wohl geopfert wird, wenn es kommerziellen Zwecken dient: Rock im Park, die Blaue Nacht, Bierchen und B\u00fchnchen und und und\u2026 wir finden all diese Kulturveranstaltungen sollten Platz in N\u00fcrnberg haben &#8211; wie auch gemeinsames Abh\u00e4ngen am Jamnitzerplatz. Aber bei solchen kommerziellen oder kommerzialisierbaren Veranstaltungen werden die Ruhebed\u00fcrfnisse der Bev\u00f6lkerung eben ganz selbstverst\u00e4ndlich mit ordnungsamtlicher Genehmigung \u00fcbergangen.<\/p>\n<p>Wir w\u00fcnschen uns also einerseits von allen Jamnitzerplatz-Besucher*innen Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das Ruhebed\u00fcrfnis derjenigen, die fr\u00fch aufstehen m\u00fcssen. Zugleich w\u00fcnschen wir uns Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das wochenendliche Feier- und Zerstreuungsbed\u00fcrfnis der Anwohner*innen und Gostenhofer*innen. Der Jamnitzer soll weiterhin Treffpunkt, Vorgarten und Hinterhof bleiben. Der Jamnitzerplatz geh\u00f6rt allen: da stimmen wir mit unserem OB Maly, sowie dem Vorsitzenden des Gostenhofer B\u00fcrgervereins, Heinz-Claude Aemmer v\u00f6llig \u00fcberein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit sozialistischen Gr\u00fc\u00dfen und FREUNDSCHAFT!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Falken N\u00fcrnberg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pressemitteilung und Richtigstellung der SJD \u2013 Die Falken N\u00fcrnberg betreffend: Jamnitzerplatz 15.7.2019 Liebe Freund*innen, liebe Genoss*innen, liebe interessierte \u00d6ffentlichkeit In den letzten Tagen schienen die Geschehnisse um den Jamnitzerplatz in Gostenhof in punkto medialer und \u00f6ffentlicher Aufmerksamkeit hoch im Kurs &hellip; <a href=\"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/?p=2421\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-2421","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-presse"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2421","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2421"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2421\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2422,"href":"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2421\/revisions\/2422"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2421"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2421"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2421"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}