{"id":209,"date":"2013-04-18T16:21:10","date_gmt":"2013-04-18T14:21:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.falken-nuernberg.de\/?p=209"},"modified":"2013-04-18T16:21:10","modified_gmt":"2013-04-18T14:21:10","slug":"wider-dem-vergessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/?p=209","title":{"rendered":"Wider dem Vergessen"},"content":{"rendered":"<p>Nach mehreren Vorbereitungstreffen und -wochenenden war es zu Beginn der Osterferien endlich soweit, die \u00a0SJD &#8211; Die Falken aus N\u00fcrnberg, M\u00fcnchen und Augsburg machten sich auf den Weg zur Gedenkst\u00e4ttenfahrt nach Oswi\u00e8cim.<\/p>\n<p>Schon um 6:45h am Samstagmorgen trafen wir uns am N\u00fcrnberger Hauptbahnhof. Von dort fuhren wir mit dem Bus nach Prag. Dann ging es weiter durch Tschechien bis nach Katowize in Polen. Schlie\u00dflich kamen wir\u00a0 am Abend in Oswi\u00e8cim an und bezogen unsere Zimmer. Die Jugendbegegnungsst\u00e4tte bot uns neben einer tollen und leckeren Verpflegung, Sport- und Freizeitm\u00f6glichkeiten auch eine umfassende Bibliothek, gute Referent_Innen und einen umsorgenden Betreuer. Sie organisierte f\u00fcr uns die F\u00fchrungen durch die Gedenkst\u00e4tten und ein Zeitzeugen-Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Oswi\u00e8cim ist eine kleine Stadt in Polen. Den meisten ist sie besser bekannt als Auschwitz, denn in Oswi\u00e8cim und Umgebung errichteten die Nationalsozialisten drei gro\u00dfe Konzentrationslager. Die Bewohner der heutigen Stadt legen daher verst\u00e4ndlicher Weise viel Wert darauf, von Oswi\u00e8cim zu sprechen, wenn es um die Stadt geht, denn Auschwitz sind die Konzentrationslager.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b><span style=\"text-decoration: underline;\">Besuch im Stammlager<\/span><\/b><\/p>\n<p>Das Stammlager \u2013 Auschwitz I ist eine alte Milit\u00e4rkaserne und stand schon, als die Nationalsozialisten beschlossen dort ein Konzentrationslager zu errichten. Die zum Teil zweist\u00f6ckigen H\u00e4user wurden ab Februar 1941 mit dreist\u00f6ckigen Bettgestellen ausgestattet. Auch wurden im Laufe der Zeit immer mehr Baracken gebaut, da das Lager st\u00e4ndig \u00fcberbelegt war. So waren zum Beispiel in einer Baracke mit 234 Bettgestellen und 702 Strohs\u00e4cken zeitweise 1193 Menschen untergebracht.<\/p>\n<p>In\u00a0 vielen H\u00e4usern befindet sich heute die sogenannte L\u00e4nderausstellung. Diese stellt die Geschichte von L\u00e4ndern dar, vor Beginn des Naziterrors bis nach dem Krieg 1945. In anderen Baracken t\u00fcrmen sich hinter Glasscheiben Brillen, Haare, Geschirr, alte Dokumente und alte Koffer. Dinge, die den ermordeten Menschen abgenommen wurden, um sie in der Wirtschaft wiederzuverwerten. So wurden z.B. die Haare in eine Filzfabrik zur Weiterverarbeitung nach Roth geschickt. Diese Mengen direkt vor Augen zu haben und zu wissen, dass das nur ein kleiner Teil des grausamen Ganzen ist, erschreckte uns sehr.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.falken-nuernberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/auschwitz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-210 alignright\" alt=\"auschwitz\" src=\"http:\/\/www.falken-nuernberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/auschwitz-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/auschwitz-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/auschwitz-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.falken-nuernberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/auschwitz-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><b><span style=\"text-decoration: underline;\">Besuch Auschwitz II \u2013 Birkenau<\/span><\/b><\/p>\n<p>Das Konzentrationslager in Birkenau hat bei uns einen bleibenden Eindruck durch seine enorme Gr\u00f6\u00dfe und dem einpr\u00e4genden Eingangstor hinterlassen. Betrachtet man das Gel\u00e4nde von dort aus, so sieht man, wenn man nach links blickt, halb verfallene Steinbaracken. Hier waren Frauen und Kinder untergebracht. Schaut man rechts, sieht man unz\u00e4hlige, weit in die Ferne reichende Ziegelschornsteine, die Reste der zahlreichen Holzbaracken, eigentlich Pferdest\u00e4lle. Die Pferdest\u00e4lle waren urspr\u00fcnglich f\u00fcr 52 Pferde gedacht, die Nazis pferchten dort 400-700 Menschen ein.<\/p>\n<p>Getrennt werden diese beiden Bereiche durch die einlaufenden Schienen und die daneben befindliche \u201eRampe\u201c, der Ort, an dem \u00fcber Leben und Tod entschieden wurde. Eine Mitarbeiterin der Gedenkst\u00e4tte f\u00fchrte uns, wie bereits im Stammlager, \u00fcber das Gel\u00e4nde. Sie w\u00e4hlte daf\u00fcr den Weg, den auch die f\u00fcr nicht arbeitsf\u00e4hig befundenen Menschen gehen mussten. Dieser f\u00fchrte unmittelbar zu den Ruinen der Gaskammern und den gleich angeschlossenen Krematorien. Nach der dreist\u00fcndigen F\u00fchrung trafen wir uns am auf dem Gel\u00e4nde errichteten Denkmal. Hier gedachten wir schweigend den Ermordeten. Ein bisschen eingefroren kehrten wir im Anschluss wieder in unsere Herberge zur\u00fcck.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b><span style=\"text-decoration: underline;\">Das Zeitzeugengespr\u00e4ch<\/span><\/b><\/p>\n<p>Nach diesen sehr beeindruckenden und einpr\u00e4gsamen Erfahrungen hatten wir das Gl\u00fcck, uns mit einem Zeitzeugen unterhalten zu k\u00f6nnen. Wac\u0142aw D\u0142ugoborski wurde mit 17 Jahren verhaftet, weil er Mitglied des polnischen Widerstands war, er kam als politischer H\u00e4ftling nach Birkenau. Er berichtete uns eindrucksvoll von seinem Leben in den Baracken, wo er in verschiedene Arbeitskommandos eingeteilt wurde. Die Zeit habe er nur \u00fcberlebt, weil er nach einer Lungenentz\u00fcndung als schonungsbed\u00fcrftig eingestuft und f\u00fcr verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig leichtere Arbeiten eingesetzt wurde. Er musste danach in der Krankenbaracke sowohl H\u00e4ftlinge als auch \u00c4rzte und Offiziere waschen und hatte dort auch bis zur Befreiung des Lagers sein Quartier. Er schilderte uns auch, dass er nach der Befreiung kein Interesse an der Aufarbeitung des Geschehenen hatte bis zu dem Zeitpunkt als ihm eine Arbeitsstelle in der KZ- Gedenkst\u00e4tte angeboten wurde. Dies war f\u00fcr uns ern\u00fcchternd und entt\u00e4uschend zugleich. Unsere danach gestellten Fragen beantwortete er sehr ehrlich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Wir k\u00f6nnen sagen, dass die Tage in\u00a0 Oswi\u00e8cim bedr\u00fcckende, sch\u00f6ne, aufregende, verweinte, musikalische und auch w\u00fctende waren. Und deswegen sagen wir WIDER DEM VERGESSEN &#8211; nie wieder Ausschwitz!!<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Falken aus dem UB-N\u00fcrnberg<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach mehreren Vorbereitungstreffen und -wochenenden war es zu Beginn der Osterferien endlich soweit, die \u00a0SJD &#8211; Die Falken aus N\u00fcrnberg, M\u00fcnchen und Augsburg machten sich auf den Weg zur Gedenkst\u00e4ttenfahrt nach Oswi\u00e8cim. 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